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Aus Unkenntnis des aktuellen Forschungsstandes behaupten zahlreiche Kommunikations- und Medienwissenschaftler sowie Medienpädagogen seit Jahren, dass die Medienwirkungsforschung widersprüchliche oder zu vernachlässigende Ergebnisse hervorgebracht habe. Dies begründen sie oft mit Belegen, die dem Wissensstand der 80-er Jahre entsprechen. Die neuesten Forschungsergebnisse wurden auf dem 19. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft März 2004 in Zürich vorgetragen und ihre Relevanz für die Medienpädagogik deutlich gemacht. Der Artikel von Prof. Dr. Lukesch anläßlich des Mediengewaltkongresses in München 2002 erläutert ausführlich einen Teil der vorgetragenen Erkenntnisse. |
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Das Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) führte im Spätherbst 2003 in Bayern (Großraum München) und in Niedersachen (Hannover und Weserbergland) eine Befragung durch, bei der 1.491 Schüler per standardisiertem Fragebogen im Klassenverband befragt wurden. In einer ersten Auswertung wurden auch die Ergebnisse einer Studie von Petersen aus 2003 mit 941 Schülern aus Niedersachsen einbezogen. Die Ergebnisse zeigen in Abhängigkeit von Geschlecht und Schulart die momentane Geräteausstattung der Schüler mit eigenem Fernseher und PC, die täglichen Mediennutzungszeiten, die Häufigkeit des Komsums verbotener Filme, problematischer Fernsehformate und indizierter Computer- und Videospiele und Zusammenhänge zwischen Dauer des Medienkonsums und erreichten Schulnoten. Aufgrund der Ergebnisse kommt der Leiter des Forschungsinstituts Prof. Dr. Christian Pfeiffer zu den Schlüssen: " Medienkonsum macht dumm" und " Computerspiele machen dumm". Insbesondere der überproportionale Besitz dieser Geräte bei Jungen spiegele sich in einem massiven Leistungsabsturz in der Schule in den vergangenen zehn Jahren wider. Schon 2003 hatte Pfeiffer in dem Artikel " Medienverwahrlosung als Ursache von Schulversagen und Jugenddelinquenz?" diese Zusammenhänge vermutet. |
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: www.kfn.de - erschienen: 2004 |
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Der Autor Prof. em. Dr. Herbert Selg, emeritierter Professor für Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, geht in diesem Artikel auf die Frage nach der Wirkung von Mediengewalt auf die Aggressivität und auf die Gewaltbereitschaft von Kindern ein. Nach einer Darstellung der gängigen Thesen zu den Medienwirkungen werden nicht nur die Untersuchungsbefunde dargelegt, sondern auch die Umstände diskutiert, die dazu führen, dass in Deutschland die Befunde zu den Medienwirkungen abgewertet werden. Da die verschiedenen Thesen zu den Medienwirkungen oft als widersprüchlich und miteinander unvereinbar dargestellt werden, zeigt Prof. Dr. Herbert Selg, dass diese Thesen vielmehr als sich ergänzende Bestandteile einer sozial-kognitiven Lerntheorie aufzufassen sind. Abschließend zeigt der Autor insbesondere für besorgte Eltern Möglichkeiten auf, den Auswirkungen der Mediengewalt zu begegnen. |
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Prof. Dr. Christian Pfeiffer sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem exzessiven Fernsehkonsum vieler Kinder und Jugendlicher und Jugenddelinquenz. Da durch Fernsehgeräte in Kinderzimmern der Jugendschutz wirksam unterlaufen wird, fordert Pfeiffer ein "Verbot der Fernsehausstrahlung von Filmen, die von der Freiwilligen Selbstkontrolle wegen ihres jugendgefährdenden Inhalts erst ab 18 freigegeben sind". Prof. Dr. Christian Pfeiffer studierte Rechtswissenschaften und Sozialpsychologie an der Universität München und der London School of Economics and Political Sciences, promovierte zum Thema "Kriminalprävention im Jugendgerichtsverfahren", leitet seit 1988 das "Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsens" und war von 2000 bis 2003 Justizminister in Niedersachsen . |
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: www.kfn.de - erschienen: 2003 |
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Eine britische Studie untersuchte die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen auf Kinder und kam zu aufschlussreichen Ergebnissen. Nach dem Blutbad von Erfurt wurde hitzig über den negativen Einfluss von Computerspielen, Kinofilmen und Gewaltdarstellungen aller Art gestritten und damit einmal mehr der zweite Schritt vor dem ersten getan. Denn die grundlegendere Frage, wie Kinder und Jugendliche medial vermittelte Gewalt erleben und mit ihr umgehen, beantworteten Politiker und Talkshowgäste allzu oft mit einer wüsten Mischung aus Populismus und Küchenpsychologie. Eine aktuelle Studie, die vom British Board of Film Classification, der BBC, der Broadcasting Standards Commission und der Independent Television Commission herausgegeben wurde, liefert nun eine sehr viel sachdienlichere Diskussionsgrundlage. |
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Wenn Kinder vielen Gewaltprogrammen im Fernsehen ausgesetzt sind, werden sie mit höherer Wahrscheinlichkeit zu aggressiven Erwachsenen. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie der Universität Michigan, bei der Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. L. Rowell Huesmann 329 Männer und Frauen untersuchten, die schon in ihrer Kindheit zu ihren Fernsehgewohnheiten befragt worden waren. Die Studie wurde aufgrund ihrer Bedeutung international in zahlreichen Fachzeitschriften besprochen. |
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Auditive Medienangebote standen in den vergangenen Jahren nicht im Zentrum der medienwissenschaftlichen Forschung. Die Hörmedien, allen voran ihr klassischer Vertreter, das Radio, wurden ebenso vernachlässigt wie die auditiven Elemente des Fernsehens. Ob vom Radio und von den auditiven Elementen des Fernsehens auch Beeinträchtigungen für Kinder und Jugendliche ausgehen, ist unklar. Geht es um mediale Gewalt, das zentrale Thema jugendschützerischen Bemühens, ist also zu hinterfragen, welchen Einfluss auditive Reize im Radio und im Fernsehen auf Heranwachsende haben. Es sind sowohl die Ergebnisse als auch ein Pressespiegel mit weiterführenden Links verfügbar. |
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Wochen dominierte ein Thema die Medien: der Krieg im Irak. In den Berichten sind Bombardements, Verletzte und Tote zu sehen. Kinder haben zu diesen Bildern und den Ereignissen ihre eigene Perspektive. Sie haben Sorgen, Fragen, Informationsbedarf und das Bedürfnis, ihre Sicht der Dinge und ihre Gefühle darzustellen. Wodurch sich diese Perspektive von Kindern auszeichnet und wie Kinderfernsehen mit der Problematik umgeht, untersucht derzeit das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) in Zusammenarbeit mit internationalen WissenschaftlerInnen. Die Fachzeitschrift TELEVIZION behandelt dieses Thema schwerpunktmäßig in der Ausgabe 16/2003/2. Die Aktion Jugendschutz hat eine Linksammlung mit Materialien zu diesem Thema. |
Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI): www.izi.de - erschienen: 2003 |
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Ausführlicher Artikel von
Prof. Dr. Helmut Lukesch mit den Ergebnissen der Mediengewaltforschung und aktueller Literaturliste. Ausgehend von der Feststellung, dass "zwar alle Risiken des Medienkonsums bekannt seien, aber ein Großteil der Diskutanten davon nichts wissen will", diskutiert Helmut
Lukesch die Ergebnisse von umfangreichen empirischen Metaanalysen zur Wirkung von Mediengewalt, bei denen etwa 400 Primärstudien mit etwa einer halben Million Versuchspersonen berücksichtigt wurden. In einem "Lexikon der populären Irrtümer" widerlegt Lukesch anhand dieser Forschungsergebnisse, dass die bisherigen Forschungsergebnisse inkonsistent seien, dass die Auswirkungen des Gewaltkonsums nur schwach ausgeprägt seien, dass Gewaltwirkungen nur in engen Laborkontexten nachweisbar seien, dass es keine ökologisch validen Langzeitstudien gäbe, dass Medieneinflüsse nur bei problematischen Familienverhältnissen eine Rolle spielen würden, dass Comics kein gewaltsteigerndes Potential hätten und dass es keine kausale Beziehung zwischen Medienkonsum und Gewaltbereitschaft gäbe. Lukesch zieht aus den vorliegenden Ergebnissen der Mediengewaltforschung den Schluss, dass "genauso wie in der medizinischen Forschung der Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entstehung von Lungenkrebs gut abgesichert ist und die Forschung zu anderen Themen übergehen kann, so ist dies auch im Medienbereich zu sehen". Abschließend entwickelt er ein Gewaltmodell und zieht daraus mögliche Konsequenzen für die Gesellschaft. |
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Der Autor Dr. Waldmar Vogelgesang diskutiert in diesem Vortrag die Thesen, dass die Jugend sich zu einer vielgestaltigen und autonomen Lebensform entwickelt, dass die Freizeit zunehmend als Erlebnismittelpunkt und jugendkulturelle Arena dient und dass die heutige Jugend als erste Gruppe, die Kultur als Medien- und Computerkultur kennengelernt hat, Gemeinschaften, soziale Beziehungen und Identitäten in einem ganz und gar neuen und originären kulturellen Raum schafft. Waldemar Vogelgesang ist wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Trier im Fach Soziologie, seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugend-, Medien- und Bildungssoziologie sowie der Kultur- und Lebensstilforschung. |
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Dr. Werner Hopf stellt fest, dass die "Wirkungen von Mediengewalt seit Jahrzehnten verharmlost, geleugnet oder manipulativ dargestellt" werden und immer noch "die alte Behauptung wiederholt wird, es sei wissenschaftlich nichts bewiesen". In seinem Artikel beschreibt er zunächst die Wirkungstheorie der Mediengewaltwirkungen und die Risikogruppen, die durch Gewaltdarstellungen in den Medien am meisten gefährdet sind. Im Hauptteil befasst er sich ausführlich mit denjenigen internationalen und nationalen Studien, die die nach seiner Meinung überzeugend und methodisch einwandfrei die kausale Wirkung von Mediengewalt belegen. Aufgrund dieser Ergebnisse fordert er zum Schluss einen umfangreichen gesetzlich verankerten Maßnahmenkatalog zur Eindämmung der Verbreitung von gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen. |
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Der Autor Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer schildert in diesem Artikel anschaulich die Eindeutigkeit der Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen dem Betrachten von Gewalt im Fernsehen und der Gewalt in der realen Welt aus der Perspektive eines Mediziners. Er beschreibt hierzu eindrucksvolle "epidemiologische" Feldstudien aus den USA, Kanada und Südafrika, die eindringlich zeigen, wie die Einführung des Fernsehens und damit verbunden mit Mediengewalt zu einer gravierenden Zunahme von aggressiven Verhaltensweisen bis hin zu Tötungsdelikten in den betroffenen Gebieten führte. Manfred Spitzer ist Professor für Medizin an der Universität Ulm, wo er seit 1998 die Psychiatrische Universitätsklinik leitet. |
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Prof. Dr. Jo Groebel ist Autor zahlreicher Studien zum Thema Mediengewalt und erläutert die Ergebnisse der Gewaltprofilanalyse des deutschen Fernsehens und der UNESCO-Globalstudie zur Mediengewalt mit 5.500 Kindern und Jugendlichen in 23 Ländern. Prof. Dr. Helmut Lukesch ist Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie, Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie der Universität Regensburg und berichtet über seine Fernsehstudie zu der Frage, „welche Formen der Lösung von Konflikten zwischen Menschen und welches Weltbild in Kinder- und Jugendprogrammen vermittelt werden". Die Familienministerin des Bayerischen Staatsministeriums Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Crista Stewens
kommt zu dem Schluss: "Die soeben präsentierten Forschungsergebnisse zeigen klare Zusammenhänge zwischen problematischem Medienkonsum und sozialschädlichem Verhalten junger Menschen. Es geht hier schon längst nicht mehr um Glaubensbekenntnisse, sondern um Tatsachen."
Statement Prof. Dr. Jo Groebel -
Statement Prof. Dr. H. Lukesch -
Statement Familienministerin Stewens |
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: www.stmas.bayern.de - erschienen: 21.04.02 |
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Mehr als eine Stunde Fernsehen am Tag fördert bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einer international Aufsehen erregenden Studie zufolge auf Dauer einen Hang zu gewalttätigem Verhalten. Jeffrey Johnson und Kollegen von der Columbia-Universität in New York beobachteten Jugendliche aus 707 Familien über einen Zeitraum von 17 Jahren und stellten fest, dass mit der vor dem Fernsehgerät verbrachten Zeit auch die aggressiven Ausschreitungen zunahmen. |
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Michael Kunczik und Astrid Zipfel fassen in ihrem Beitrag ausgewählte populärwissenschaftliche Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen zusammen und hinterfragen sie kritisch. Im Gegenzug gehen sie dann auf aktuelle wissenschaftliche Forschungsansätze und –ergebnisse der Mediengewaltforschung ein, die monokausale Erklärungsmuster von Gewalthandlungen meist widerlegen. Michael Kunczik ist Professor am Institut für Publizistik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Forschungsschwerpunkte sind Medien und Gewalt, internationale Kommunikation, Public Relations. |
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Lehrstuhl für Philosophische Grundlagen Kulturwissenschaftlicher Analyse an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder): www.phil.euv-frankfurt-o.de - erschienen: 2002 |
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In einem Vortrag auf der 2. Tagung der Fachgruppe Medienpsychologie in Landau 2001 berichteten Dagmar Unz, Frank Schwab und Peter Winterhoff-Spurk ausführlich über das DFG-Forschungsprojekt Gewalt in Fernsehnachrichten: Zur Kultivierung von Emotionen. Die Studie untersuchte inhaltliche und formale Aspekte von Gewaltdarstellungen in Fernsehnachrichten und kam zu dem Schluss, dass sich im Verlauf der drei Auswertungszeiträume von 1996 bis 2000 in Fernsehnachrichten höhere Anteile an Gewalt, kürzere Einstellungsdauern, eine Tendenz, Gewalt häufiger im Bild zu präsentieren, sowie eine Tendenz zu mehr Variabilität in der Darstellung auftraten. Im Vergleich der öffentlich-rechtlichen mit den privaten Sendern wurden bei den Privaten nicht nur mehr, sondern auch schneller dargebotene gewalthaltige Einstellungen gefunden. |
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Lehrer können einer amerikanischen Studie zufolge die Aggressivität von Kindern senken, indem sie diese zu weniger Fernseh- und Videospielkonsum anregen. Der Zusammenhang zwischen Gewalt in den Medien und erhöhter Aggressivität sei bereits in früheren Untersuchungen nachgewiesen worden, die jedoch fast nie eine Lösung angeboten hätten, sagte der Autor der neuen Studie, Thomas Robinson von der Stanford University. Die neuen Ergebnisse deuteten darauf hin, "dass die Auswirkungen von Gewalt in den Medien bei Kindern tatsächlich umkehrbar sind". |
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Prof. Dr. Jürgen Grimm untersucht den Einfluss von ästhetischen und dramaturgischen Faktoren im Film auf die Aggressivität und Gewaltbereitschaft der ZuschauerInnen. Empirische Untersuchungen führen ihn zu ambivalenten Ergebnissen: So hemmen blutige Gewaltszenen im Film einerseits die Aggressionsbereitschaft, untergraben aber gleichzeitig auch soziale Einstellungen und erzeugen Angst. Die Gefahr der Imitation von filmischen Gewaltdarstellungen wird seiner Ansicht nach eher überschätzt. Weit größeren Einfluß als isolierte Gewaltszenen haben Darstellungsform und dramaturgische Aspekte. Eine totale Eliminierung von "schmutzigen" Gewaltszenen lehnt er deshalb ab. Jürgen Grimm habilitierte 1998 zum Thema "Wirkungen von Fernsehgewalt". Er ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Augsburg, außerdem Privatdozent für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und Leiter des Forschungsprojektes "Talkshow". |
das onlineforum medienpädagogik: www.kreidestriche.de - erschienen: 2000 |
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"Die These, Mediengewalt führe in aller Regel zu gesteigerter Aggressivität, ist schon fast zur kulturellen Selbstverständlichkeit geworden und wirkt ganz offensichtlich anders als die Anhänger dieser These es wünschen, nämlich womöglich gewaltsteigernd", stellt Prof. Dr. Michael Kunczik fest. Fundierte Forschungsergebnisse der Kommunikationswissenschaft hingegen würden oft von Praktikern ignoriert und abgewertet zugunsten laienhafter Vorstellungen über die Wirkung von Medien. Der Autor vergleicht verschiedene Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen (Habitualisierungsthese, Suggestionsthese) und bezieht auch lerntheortische Überlegungen zur Einordnung von Forschungsergebnissen mit ein. Wichtige Befunde zur Wirkung von Berichterstattung über reale Gewalt werden thesenhaft aufgeführt. Michael Kunczik ist Professor am Institut für Publizistik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Forschungsschwerpunkte sind Medien und Gewalt, internationale Kommunikation, Public Relations. |
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur: www.gmk-net.de
- erschienen: 2000 |
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Neben Gewaltfilmen und exzessiven TV-Konsum spielen weitere Faktoren eine zentrale Rolle für die zunehmende Gewalt in unserer Gesellschaft. Hermann Meyn beschreibt die Auswirkungen von Mediengewalt und gibt einen Überblick über die verschiedenen Vorschläge von Fernsehanstalten und Politikern zur Verringerung von Gewaltdarstellungen in den Medien. Dr. phil. Hermann Meyn studierte Politologie, Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin, ist als freier Journalist (u. a. RIAS, Südwestfunk, SPIEGEL) tätig und seit 1989 Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands. |
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Prof. Hans-Dieter Kübler erläutert die Theorien und Forschungsmethoden, die bei der Erforschung des Themas "Kinder und Fernsehgewalt" eine Rolle spielen, und zeigt ihre jeweiligen Schwächen auf. Dieser Text dabei ist ein historischer Rückblick über die Fernsehgewaltforschung und zeigt, woher viele wissenschaftlich nicht haltbare Ansichten zu diesem Thema kommen, und dass sinnvolle Ergebnisse nicht auf monokausalen Annahmen beruhen können. Deutlich wird, dass in der seriösen Wissenschaft die Erkenntnisinteressen und Vorgehensweisen differenzierter und vorsichtiger geworden sind. Prof. Hans-Dieter Kübler lehrt Medien-, Sozial-, und Kulturwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, arbeitet als Privatdozent an der Wilhelms-Universität Münster, ist Vorsitzender des Instituts für Medien- und Kommunikationsforschung e.V. (IMKO) und war Gründungsmitglied der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK). |
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Prof. Dr. Jo Groebel untersuchte Ende der 90er Jahre im Auftrag der UNESCO die Wirkung der Gewaltdarstellungen im Fernsehen an rund 5500 zwölfjährigen Jungen und Mädchen aus 23 Ländern. Die bislang größte Studie dieser Art zur Mediengewalt kommt zu dem Schluss, dass "Mediengewalt universell [ist]. Sie befriedigt unterschiedliche Bedürfnisse: Sie kompensiert Frustrationen und Defizite in Problemregionen und ermöglicht Risikoerlebnisse in weniger problematischen Umfeldern. Für Jungen bietet sie attraktive Rollenmodelle. Wo intakte Familienstrukturen fehlen, werden sie durch kompensatorische Rollen à la "Terminator" ersetzt. Nicht einzelne Filme, sondern Ausmaß und Allgegenwart von Mediengewalt sind das Hauptproblem. Damit tragen sie zu einer global aggressiven Kultur bei: Statt gewaltfreier Problemlösungen wird Gewalt als erfolgreiche Strategie systematisch gefördert. Für ihre Entstehung sind allerdings eher soziale und wirtschaftliche Bedingungen verantwortlich. Die Wahrscheinlichkeit aber, daß Jugendliche aggressives Rollenverhalten entwickeln und problematische soziale Vorprägungen in destruktive Einstellungen und Verhaltensweisen kanalisieren, steigt in dem Maße, wie gewalttätige Inhalte in den Medien selbstverständlich werden." Prof. Dr. Jo Groebel ist Generaldirektor des Europäischen Medieninstitutes in Düsseldorf und Paris, Professor an der Universität Amsterdam, Gastprofessor u.a. an der University of California at Los Angeles, Präsident der niederländischen Vereinigung für Kommunikationswissenschaften und Berater der niederländischen Regierung, des deutschen Bundeskanzlers und Bundeskabinette sowie Ministerpräsidenten, des deutschen Bundespräsidenten, der Vereinten Nationen, UNESCO und diverser Fortune 500-Unternehmen. |
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Prof. Dr. Helmut Lukesch bietet an seinem Lehrstuhl an der Universität Regensburg eine internetbasierte Einführung in das Thema "Medien und ihre Wirkungen". Nach der Behandlung eines Rahmenmodells über Medienwirkungen und ihre Bedingungen und den Methoden der Medienwirkungsforschung werden Wissenseffekte, soziale Bedingungen und Inhaltseffekte von Medienwirkungen beschrieben. Bei den Inhaltseffekten wird der Aggressivität ein eigenes Kapitel mit den wichtigsten Studien bis 1998 gewidmet. Im letzten Kapitel dieses Lehrangebots werden aus den Forschungsergebnissen Vorschläge für Gesetzgeber, Medien, Pädagogen und Eltern abgeleitet. |
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Die vorliegende Studie beschäftigt sich weniger mit den inhaltlichen Aspekte medialer Gewaltdarstellungen, sondern untersucht auf der Basis einer formalen Analyse die Möglichkeiten medialer Darstellungsweisen, um so deren Wirkungsweisen auf Kinder theoretisch zu bestimmen. Ausgehend von einem differenzierten Gewaltbegriff versuchen die Autoren eine Strukturanalyse, die eine Kodierung des filmischen "Sprechens" ermöglicht. Prof. em. Ernst Zeitter war Professor für Medienpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Schulfunkredakteur beim Südwestfunk. |
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In dieser wissenschaftlichen Studie zum Verwechslungsrisiko realer und inszenierter Fernsehgewalt bei Kindern durch humoreske Programmkontexte erklären Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren anhand ausgewählter Filmbeispiele, was sie warum lustig finden, was sie als Gewalt empfinden und wie Gewalt durch Humor abgemildert wird. Dabei zeigt sich, ob und wie Kinder Gewalt im Fernsehen erleben und was ihnen hilft, schützende Distanz zu bewahren. Stefan Aufenanger ist Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Hamburg. |
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Prof. Dr. Michael Kunczik stellt den Stand der Wirkungsforschung zum Thema Gewalt im Fernsehen dar. Er plädiert für eine differenzierte Betrachtung mit Hilfe lerntheoretischer Überlegungen, die er der gängigen Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche gegenüberstellt. Michael Kunczik ist Professor am Institut für Publizistik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Forschungsschwerpunkte sind Medien und Gewalt, internationale Kommunikation, Public Relations. |
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Was die Mediengewalt-Forschung uns zu sagen hat. Eine kontroverse Stellungnahme gegenüber der Mainstream-Psychologie. |
soma - internationale Zeitschrift für popkultur, politik, das leben und den ganzen rest: www.somasoma.de |
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Zusammenfassung der psychologischen Theorien und Modelle der Mediengewaltforschung. |
Unterrichtsentwürfe, Lehrproben und Unterrichtsideen für die Grundschule: www.oesi.de |