Dies ist das Archiv von MedienGewalt.de.
Das Archiv enthält Momentaufnahmen von Webseiten.
Unter Umständen wurde die Seite inzwischen verändert.
MedienGewalt.de steht zu den Verfassern dieser Seite in keiner Beziehung.


ZDF.de
 
 
  Kontakt    
Suche
Erweiterte Suche
 
15.10.02 Internet   >    Politik & Gesellschaft  
ZDFmediathek
 
start
 
   
 
   
 
   
 
   
 
Der Anschlag
auf Bali
Forum: Krieg gegen Irak? Ihre Meinung zum Thema
Leben und Wirken von Prinz Claus
 
Quake: brutales und beliebtes Computerspiel
Spiel mit dem Tod

Frontal21 vom 7. Mai 2002


Schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sitzen regelmäßig vor Videospielen. Ein Drittel davon spielt so genannte Ego-Shooter, in denen es hauptsächlich darum geht, möglichst viele Gegner zu liquidieren. Wie gefährlich sind diese Spiele?

 
Empfehlung von Mediengewalt.de - Computerspiele
für Kinder:
 
Die besten Spiele:
- die besten Spiele
ab 3 Jahre
- die besten Spiele
ab 6 Jahre
- die besten Spiele
ab 8 Jahre
- die besten Spiele
ab 12 Jahre
- die besten Spiele
für die ganze Familie
 
Die besten PC Spiele:
- die besten PC Spiele
ab 3 Jahre
- die besten PC Spiele
ab 6 Jahre
- die besten PC Spiele
ab 8 Jahre
- die besten PC Spiele
ab 12 Jahre
- die besten PC Spiele
für die ganze Familie
 
Die besten PS3 Spiele:
- die besten PS3 Spiele
ab 3 Jahre
- die besten PS3 Spiele
ab 6 Jahre
- die besten PS3 Spiele
ab 8 Jahre
- die besten PS3 Spiele
ab 12 Jahre
- die besten PS3 Spiele
für die ganze Familie
 
Die besten Wii Spiele:
- die besten Wii Spiele
ab 3 Jahre
- die besten Wii Spiele
ab 6 Jahre
- die besten Wii Spiele
ab 8 Jahre
- die besten Wii Spiele
ab 12 Jahre
- die besten Wii Spiele
für die ganze Familie
 
Die besten DS Spiele:
- die besten DS Spiele
ab 3 Jahre
- die besten DS Spiele
ab 6 Jahre
- die besten DS Spiele
ab 8 Jahre
- die besten DS Spiele
ab 12 Jahre
- die besten DS Spiele
für die ganze Familie
 
Die besten Xbox 360 Spiele:
- die besten Xbox 360 Spiele ab 3 Jahre
- die besten Xbox 360 Spiele ab 6 Jahre
- die besten Xbox 360 Spiele ab 8 Jahre
- die besten Xbox 360 Spiele ab 12 Jahre
- die besten Xbox 360 Spiele für die ganze Familie
 
Tatort Schule - woher kommt die Gewalt?
Spielekonsolen: Der Preiskampf tobt
Diskutieren Sie mit!
Digital spielen - real morden?  
   

Zielen, schießen, ausschalten. Darum geht es bei Counter-Strike, eines der beliebtesten Gewaltspiele auf dem Markt. Über 500.000 Fans hat es allein in Deutschland. Auch der Attentäter von Erfurt hockte jeden Tag stundenlang vor diesen Ballerspiel. Stefan Nussbaum von dem Unternehmen Sierra, das Counter-Strike in Deutschland vertreibt, verteidigt die Videospiele: "Mittlerweile sind diese Spiele, die im Internet gespielt werden, ein Teil unserer Jugendkultur geworden, unter anderem auch das Spiel Counter-Strike. Ich denke nicht, dass wir von fünf bis sechs Millionen potentiellen Massenmördern in Deutschland ausgehen können."

 
   

LAN-Party

 
 
Jens Groebel
   

Abstumpfung und Desensibilisierung
     Professor Jens Groebel, Generaldirektor Europäisches Medieninstitut, sieht das anders: "Wichtiger ist natürlich in diesem Zusammenhang, dass das Einüben, das systematische Desensibilisieren des Erschießens anderer zwar nicht die meisten oder fast keinen zum Mörder macht, aber dass es trotzdem die Hemmschwellen senkt und vor allem ganz entscheidend, einfach auch abstumpfen lässt, zumal die Qualität dieser Spiele - gerade Counter-Strike ist ein Beispiel dafür - schon sehr groß ist."

 
 
 
  Schüren Verlag
Rainer Fromm hat ein Buch zum Thema Computerspiele und Gewalt veröffentlicht. "Digital spielen - real morden? - Shooter, Clans und Fragger - Computerspiele in der Jugendszene" ist im Schüren-Verlag erschienen. Auf der Website des Schüren-Verlages finden Sie eine nähere Beschreibung des Buches und auch eine Leseprobe.
 

Die Gemeinde der Computerspieler zählt mittlerweile Millionen. Die Fans treffen sich zu riesigen Computerspiele-Partys, sogenannten LAN-Sessions, oft gesponsert von der Computerindustrie. Eine regelrechte Jugendsubkultur ist entstanden und ein Milliardenmarkt. Viele der sogenannten Gamer hocken bis zu 40 Stunden in der Woche vor dem Schirm. Und immer wieder faszinieren die sogenannten Ego-Shooter, in denen Jugendliche in die Haut des Helden schlüpfen.

Harmloses Freizeitvergnügemn?

     Frontal21 hört sich bei Jugendlichen im Multimedia-Bistro in Darmstadt um. Die meisten betrachten die Ego-Shooter als harmloses Freizeitvergnügen. Ein Spieler: "Das wirklich Interessante an den Spielen ist, dass man im Team arbeitet. Man trifft sich hier, um im LAN zu spielen, dass heißt,dass man in der Gruppe arbeitet. Im Endeffekt ist das nichts anderes als ein Mannschaftssport, wie wenn man zusammen Fußball spielt."

 
   

Doch nach Erfurt ist mancher Spieler nachdenklich geworden. Ein Spieler: "Auf jeden Fall war eine Trauer zu sehen, bei jedem in der Szene. Es erschüttert natürlich einerseits, wie jemand zu so einer Tat kommen konnte, andererseits war die Empörung um so größer, weil die Medien ein gefundenes Fressen hatten um die Szene kaputt zu machen." Und ein anderer Spieler sagt: "Man konnte es zuerst gar nicht glauben, dass wirklich jemand so etwas macht, dass ein Jugendlicher an so Waffen kommt und wirklich fast wie im Computerspiel da rumläuft und Leute umbringt."

 
 
Clemens Trudewind
   

Toleranz für Ballerspiele?
     Turok ist ein Computerspiel für Jüngere. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine possierliche Steinzeitanimation. Doch in Wirklichkeit geht es darum, dass der Gamer Tiere erbarmungslos verfolgt: Er verletzt sie brutal, erschlägt sie oder schießt sie nieder. Uwe Fürstenberg, General Manager bei der Firma Acclaim, die Turok vertreibt, fordert Toleranz für diese Art von Videospielen: "Die Form des Computerspiels, ob es eine Ballerspiel ist oder ein Rennspiel, das muss dem einzelnen überlassen werden. Entsprechend seines Alters sollte jeder Zugang haben, und - die Toleranz sollten wir haben - das spielen, was er möchte. Das Angebot auf dem Markt sollte er so nutzen können wie er es für sich persönlich entscheidet. Das ist eigentlich das, was gefordert wird, nämlich Toleranz."

 
   

Die Forderung nach Tolaranz scheint fragwürdig. Natürlich sterben keine echten Lebewesen, natürlich fließt kein echtes Blut. Doch auch Computermassaker haben ernste Folgen, gerade für Kinder, so Professor Clemens Trudewind von der Ruhruniversität Bochum: "Wir konnten experimentell nachweisen, dass durch die aggressiven Gehalte des Spieles, und zwar nur bei diesen aggressiven Gehalten, eine Senkung des emotionalen Mitgefühls stattgefunden hat."

 
   

Fazination der Gewalt

 
   

Marktanteile statt Moral
     Ballern ohne Ende auch beim Videospiel Quake 3 Arena: Quake gehört zu den brutalsten und beliebtesten Computerspielen in Deutschland. Auch der Erfurter Attentäter soll sich damit vergnügt haben. Eigentlich nur ein Spiel für Erwachsene, aber natürlich kann sich jeder die virtuelle Metzelei beschaffen.

 
   

Zu einem Interview vor der Kamera ist beim Vertreiber Activision nach Erfurt niemand bereit. Schriftlich erklärt man: "Wir teilen nicht die Auffassung, dass man Computer- und Videospiele für diese Tragödie verantwortlich machen sollte. (...) Im gleichen Maße vertreten wir die Meinung, dass jeder Erwachsene ganz persönlich für sich entscheiden soll, welche Unterhaltungsprodukte er konsumiert und welche er seinen Kindern überlässt."

 
 
Stefan Nussbaum
   

Nicht in die Hände von Kindern
     Die Hersteller aber setzen weiter auf die Faszination der Gewalt. Um die Folgen scheren sie sich wenig. Es geht um Marktanteile - nicht um Moral. Frontal21 fragt Stefan Nussbaum vom Counter-Strike-Vertreiber Sierra: "Warum sollen Kinder und junge Erwachsene in einem Spiel lernen, wie man möglichst schnell und effizient einen anderen mit Gewalt beseitigt?"

Nussbaum: "Es geht darum Geiseln zu befreien. Es geht darum, eine Strategie zu entwickeln. Sie können das Spiel nicht alleine spielen. Sie spielen das Spiel zusammen mit anderen in einem so genannten LAN. Es geht darum, gemeinsam die bestmögliche Strategie zu entwickeln, um an das Ziel des Spiels zu kommen."

 
   

Frontal21: "Aber es werden dabei doch auch andere liquidiert."

 
   

Nussbaum: "Es ist definitiv nicht Ziel des Spiels. Es kann ein Mittel sein, aber dieses Mittel wird in der Regel sanktioniert. Es gibt zu jedem Level einen Weg, der völlig gewaltlos zum Ziel führt und mit dem entsprechenden Highscore belohnt wird.Es ist nicht Sinn des Spiels, Menschen oder Gegner zu beseitigen."

 
   

Doch genau darum geht es bei derlei Spielen. Der neueste Renner aus dem Hause Activision ist das Videospiel "Return to Castle Wolfenstein": ein brutales Computerspiel im Naziambiente. Es kam einige Zeit vor der Bluttat von Erfurt in den Handel. Bis heute sieht die Branche keinen Grund, derartiges vom Markt zu nehmen.

 
 
     
     
     
 
 
     
  zum Seitenanfang 
   
über das ZDF Impressum Kontakt   Erweiterte Suche © ZDF 2002 
zdf.de ZDFinfokanal ZDFdokukanal ZDFtheaterkanal arte 3sat phoenix kika