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  dpa
Nach der großen Trauerfeier in Erfurt finden jetzt die Beisetzungen im kleinen Kreis statt

Abschied nehmen
in aller Stille

Beisetzung der Opfer von
Erfurt in privatem Kreis

Nach der offiziellen Trauerfeier in Erfurt sind am Samstag mehrere Opfer des Amoklaufes beerdigt worden. Ihre Familien, nahen Angehörigen und Freunde nahmen abgeschirmt von der Öffentlichkeit Abschied von den Toten. In Thüringer Zeitungen erschienen erneut Anzeigen, die das Entsetzen und die Trauer nach der Blutbad am Gutenberg-Gymnasiums verdeutlichen.

  04.05.2002 [Archiv]
    Der 19-Jährige Robert S. hatte an seiner ehemaligen Schule 16 Menschen erschossen und sich nach dem Amoklauf am Tatort das Leben genommen. "Nichts wird so sein, wie es war", schrieben Klassenkameraden der beiden Schüler Susann und Ronny. Die 14- und 15-Jährigen einer achten Klasse des Gymnasiums kamen ums Leben, als der Täter durch eine geschlossene Tür schoss. In der Annonce ihrer Mitschüler heißt es: "Sinnlos seid ihr gestorben. Wir konnten nicht helfen."  
 
   
 
  Die Trauerfeier  
Erfurt verneigt sich vor den Opfern  


Fünf der 16 Opfer des Todesschützen sollten am Samstag im Kreis ihrer Familie beigesetzt werden, darunter der Schüler Ronny und vier Lehrer. Die Stadt Erfurt hat Foto- und Fernsehaufnahmen von den Bestattungen untersagt. Die Polizei will einen störungsfreien Ablauf sichern.
 
 
    Grundwerte der Gesellschaft
      Am Freitag hatten 100 000 Menschen in einer der größten Trauerfeiern der deutschen Nachkriegsgeschichte der Opfer gedacht. Die Bluttat hatte eine tagelang andauernde Welle von Trauer und Fassungslosigkeit ausgelöst und eine Debatten über die Grundwerte der Gesellschaft hervorgerufen. 
 
 
    Bundespräsident Johannes Rau und Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel beschworen bei der Trauerfeier auf dem Erfurter Domplatz die Hoffnung auf eine solidarische Zukunft. "Wir müssen einander achten, und wir müssen aufeinander achten", sagte Rau. Vogel sagte, die Mitmenschlichkeit sei in Deutschland keine verloren gegangene Tugend.  
 
    Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte der Bevölkerung weit reichende Konsequenzen und eine Überprüfung des Jugendschutzes an. Zunächst sollen das Waffenrecht zügig verschärft und ein Runder Tisch gegen Mediengewalt eingerichtet werden. Der Deutsche Philologenverband forderte, die elterliche Kontrolle von Schülern über deren Volljährigkeit hinaus auszudehnen. Der Todesschütze von Erfurt hatte seine Eltern über Monate in dem falschen Glauben gelassen, er gehe noch zur Schule.   
 
    Schule beginnt am Montag
      Die Kultusministerkonferenz kündigte an, für die Abiturienten des Gutenberg-Gymnasiums spezielle Lösungen bundesweit anzuerkennen. Der Überfall war während der Abschlussprüfungen über die Schule gekommen. Ab diesem Montag werden alle Gutenberg-Schüler in einer anderen Erfurter Schule unterrichtet, bis ihr Gymnasium renoviert ist.
 
 
    In der Woche nach dem Amoklauf hatten die Schüler im Erfurter Rathaus psychologische Betreuung in Anspruch nehmen können. Einen Notfallplan für traumatisierende Katastrophen forderte inzwischen der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Professor Rainer Silbereisen. Für die Betroffenen - auch in größerer Zahl - müsse eine einige Zeit andauernde psychologischen Betreuung sichergestellt sein, sagte Silbereisen in Jena.  
 
   
 
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Amoklauf in Erfurt  

 
 
     
 
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Mit Material von dpa
 
 
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