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dpa Robert S.
| Erfurter Amokläufer an geheimem Ort
beigesetzt
Psychologen: Leben des 19-Jährigen war
eine Kette von Niederlagen
Der
Erfurter Amokläufer Robert S. ist am Samstag an einem geheimen
Ort beigesetzt worden. Die Beisetzung habe im engsten Kreis
stattgefunden, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Erfurt,
ohne jedoch weitere Angaben zu machen.
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11.05.2002
[Archiv]
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Unterdessen
berichtete das Magazin "Focus" unter Berufung auf das
psychologische Täterprofil, dass S.offenbar dem von seinen
Eltern ausgeübten Erfolgsdruck nicht gewachsen war. Der
20-seitige Bericht des Landeskriminalamts Thüringen mit dem
Titel "Massenmord des Robert S." beschreibt den Täter laut
"Focus" als verschlossen und launisch. |
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"Die heile Welt, von
der am Anfang die Rede war, bröckelte, je tiefer wir
vorstießen sagte LKA-Profiler André Volk dem Magazin. In der
Familie habe ein "relativ kaltes Klima" geherrscht, es habe
einen "Abi-Druck" gegeben. Sein Leben sei eine Folge von
Niederlagen und Enttäuschungen gewesen, die im Schulverweis
gegipfelt habe. Robert S. Sucht nach Gewaltfilmen und brutalen
PC-Spielen sei nicht ausschlaggebend gewesen. Vielmehr habe
die Summe der Negativerfahrungen seine Psyche geprägt, lautet
das Fazit der Profiler. |
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Geschehen
rekonstruiert Zwei
Wochen nach dem Amoklauf, bei dem Robert S.16 Menschen und
sich selbst tötete, hat die Polizei laut einem Bericht des
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" rekonstruiert, wie selbstlos
Lehrer des Gutenberg-Gymnasiums versuchten, ihre Schüler zu
retten. Kunstlehrerin Birgit Dettke sei auf dem Schulhof
geblieben, um den Schülern den Weg aus der Schusslinie zu
weisen. Ihre Kollegin Gabriele Klement habe sich zwischen zwei
Klassenzimmern dem Amokschützen in den Weg gestellt, um die
Flucht ihrer Schüler zu decken. Die bereits angeschossenen
Lehrerin Monika Burghardt habe noch einen Raum abschließen
können, in den sich Schüler und Lehrer geflüchtet hatten. Alle
drei Frauen wurden von S. erschossen. |
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Unterdessen gerät der
Thüringer Kultusminister Michael Krapp (CDU) wegen des
Rauswurfs von Robert S. aus der Schule weiter unter Druck.
Selbst wenn ihm - entgegen Berichten über einen Schulverweis -
lediglich ein Schulwechsel nahe gelegt worden sei, hätte dies
von der Lehrerkonferenz beschlossen werden müssen, was aber
nicht geschehen sei, berichtet "Der Spiegel". Robert S. soll
die Waffen im Oktober 2001 erworben haben, dem Zeitpunkt
seines Schulabgangs. |
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Papier ruft zu Besonnenheit
auf Der neue Präsident
des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sprach sich
unterdessen im Fernsehsender n-tv für eine "konsequente und
besonnene Reaktion" der politischen Institutionen auf den
Amoklauf aus. Allzu große Hektik bei der Prüfung auf Lücken
oder Mängel in den Gesetzen oder bei deren Vollzug bringe
nichts. Allerdings müsse man sich fragen, ob das geltende
Waffenrecht oder der Paragraf 131 im Strafgesetzbuch, der sich
mit der Verherrlichung und Verharmlosung von Gewalt befasse,
einen hinreichenden Schutz der Jugend darstellten, sagte
Papier. |
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91 Prozent der
Bundesbürger sind für eine Anhebung der Altersgrenze für den
Schusswaffenerwerb auf 21 Jahre, wie aus einer repräsentativen
Umfrage hervorgeht, die das Institut Infratest dimap im
Auftrag der Zeitung "Welt am Sonntag" durchgeführt hat. Der
innenpolitische Sprecher der Hamburger SPD, Michael Neumann,
sprach sich sogar für ein generelles Waffenverbot für
Privatpersonen aus. |
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