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dpa Mitten im Blumenmeer vor dem
Gutenberg-Gymnasium in Erfurt
"Wie
verzweifelt muss man sein?"
ZDFclub-User
diskutieren über den Amoklauf in Erfurt
Der
Amoklauf des 19-jährigen Robert S. am Erfurter
Gutenberg-Gymnasium hat allerorts eine breite Welle der
Bestürzung ausgelöst. "Was setzt einen jungen Menschen
dermaßen unter Druck, dass er den Tod anderer Menschen
verursacht und sich selbst tötet?" – Auch im Diskussionsforum
des ZDFclub fragt man sich - voller Trauer für die Opfer -
immer wieder nach den Beweggründen des Täters.
von Claudia Walther,
30.04.2002 [Archiv]
Ein Thema ist auch,
wie etwas so Schreckliches in Zukunft verhindert werden kann.
"An möglichst jeder Schule sollte es einen
schulpsychologischen Arbeitskreis unter Lehrern geben. Hier
sollte man in ständiger Rückkopplung zur Praxis Strategien und
praktisches Verhalten erkunden und regelrecht einüben, wie wir
Schülern helfen können, die die erwarteten Leistungen
nicht bringen", schlägt zum Beispiel ein User vor.
Psychologen an
Schulen Und er steht
damit nicht allein: In vielen der Foreneinträge wird der Ruf
nach Psycholgen in Schulen als ständige Institution wach:
"Präventiv, nicht erst wenn alle Felle davongeschwommen sind,
muss den Schülern der Zugang zu einem Psychologen ermöglicht
werden", heißt es hier und da.
Auch werden
verstärkte Schutzmaßnahmen an Schulen, wie es bereits an
vielen öffentlichen Gebäuden der Fall ist, gefordert. Oder
aber, im Gegenteil, dass man es sich überlegen solle, statt
Metalldetektoren in mehr Mit- und Füreinander an den Schulen
zu investieren.
Suche nach den
Ursachen Neben der
Diskussion um höhere Sicherheitsstandards an Schulen suchen
die User nach den Ursachen oder gar nach den
Schuldigen. Sind es die Eltern? Die Pädagogen? Oder
ist es die Gewaltverherrlichung in den Medien? - Im
ZDFclub versucht ein Lehrer ansatzweise Antworten auf diese
Fragen zu finden: "Es ist etwas zu einfach, die Schuld bei den
Pädagogen zu suchen. Die Gewaltbereitschaft hat
gesamtgesellschaftlich zugenommen. Ich bin Lehrer und erlebe
das Sinken von Hemmschwellen jeden Tag. Es fängt mit
verletzenden Sprüchen und Gesten an."
Die Hilflosigkeit
vieler Lehrer, die im Umgang mit einzelnen Schülern sicherlich
auch schon vor dem Amoklauf in Erfurt bestanden hat, wird
mehr und mehr zum Thema. Und auch angehende Lehrer
machen sich Sorgen: "Mich beängstigt das alles schon,
weil ich selbst Lehrer werde. Ich habe auch kein Patentrezept,
was ich machen sollte, falls ich es mit einem Schüler zu tun
habe, der sich in einer dermaßen schlimmen Lage befindet,
dass er sowas tun könnte." Lehrer könnten nicht beides, dafür
sorgen, dass Schüler bestmögliche Noten erbringen und
gleichzeitig Seelsorger und Psychologe für familiäre Probleme
jedes Einzelnen sein, steht im gleichen Beitrag.
Tiefe
Trauer Vor allem aber
macht sich tiefe Trauer und Mitgefühl für die Opfer der
Tragödie sowie deren Angehörigen breit. Dies
und Ähnliches ist in zahlreichen Beiträgen
zu lesen: "Was passiert ist, ist einfach nur
grausam. Allen Angehörigen der Betroffenen wünsche ich, dass
sie jemals über Ihren Schmerz hinwegkommen."