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Szene aus Counterstrike
| "Sie indizieren nicht das Spiel, sondern die
Gemeinschaft"
Gamer-Szene blickt gebannt auf die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Schriften
"Counterstrike" vor dem Abschuss? Die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS)
befindet über ein Verbot des Egoshooter-Netzwerk-Spiels. Die
Szene hofft, dass es nicht zum Schlimmsten kommt und schickt
zwei Repräsentanten. Sie sollen erklären, um was es eigentlich
geht. Sven Spilker und Rami Allouni halten den Vortrag - sie
sind skeptisch. |
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von Holger Meier,
15.05.2002 [Archiv]
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Zwar liegt
"Counterstrike" schon länger zur Prüfung vor, doch seit dem
Massenmord von Erfurt hat sich die Lage komplett verändert.
Denn schon wenige Stunden nach dem Massaker – der Tathergang
war kaum rekonstruiert – wurden Rufe nach dem Verbot von
Gewalt verherrlichenden Computerspielen laut. Robert S., der
Mörder von Erfurt, soll seine Tat mit "Counterstrike" geübt
haben. Die Überprüfung des Spiels am Donnerstag ist somit
unfreiweillig zur ersten offiziellen Aufarbeitung des Erfurter
Geschehens geworden. |
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"Ich hoffe, wir
treffen in dem 12er Gremium auf Menschen, die auch vor dem
Hintergrund von Erfurt unvoreingenommen sind", so Rami
Allouni, der in Bremen als Webmaster arbeitet. Sven Spilker,
ein Polizist, ist da schon skeptischer: "Vor Erfurt hätte ich
uns ja gute Chancen eingeräumt. Aber jetzt ist der politische
Druck sehr hoch". |
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Spiel kinderleicht zu
bekommen Die beiden
Repräsentanten der Counterstrike-Gemeinde wollen der
Prüfstelle nicht das Spiel selbst erklären (das besorgt ein
eigens engagierter Jugendlicher). Die "Infos zum Drumherum"
(Allouni) sind das Thema der BPjS, und das Drumherum hat es in
sich. 500.000 offizielle Online-Spieler und etwa 150.000
LAN-Spieler listet die Szene. Inoffiziell dürfte die Zahl
locker an die Millionen-Grenze heranreichen: Das Spiel ist im
Internet kinderleicht zu bekommen. |
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Die Spieler sind in
Clans organisiert, die wiederum in Ligen. Bei den
Turnieren werden oft Preisgelder ausgelobt, die denen
großer Tennisturniere nicht nachstehen (am Wochenende geht es
in Köln um 150.000 Dollar). "Die Spieler kennen sich, die
Wettbewerbe finden in freundschaftlichem Rahmen statt", sagt
Allouni. Er ist überzeugt: "Da hat sich ein soziales Gefüge
gebildet, das kein normaler Verein bieten kann." |
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Spiel als Sport
anerkannt Kritiker
entgegen, dass in normalen Vereinen Schießereien, seien sie
auch virtuell, nicht auf der Tagesordnung stehen. Doch für
Spilker, Allouni und den Rest der Szene ist das alles Taktik
und Sport – E-Sport, wie sie es nennen. "In Russland", so
Spilker, "sind PC-Spiele längst als Sport anerkannt". "In
Skandinavien", ergänzt Allouni, "lachen sie sich über
Software-Indizierung tot. Und da laufen ja auch nicht tausende
Mörder rum". |
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In Deutschland lacht
sich derzeit aber niemand tot. Was die Shooter-Szene derzeit
darüber nachdenken lässt, ob man nicht durch Lobbyarbeit das
öffentliche Ansehen aufpolieren könnte. Bekannte Größen der
Spieler-Gemeinde reden am Wochenende am Rande einer LAN-Party
in Köln über die Gründung eines Dachverbands. "Dass er kommen
wird, ist sicher. Die Frage ist nur noch: wann und wie", weiß
Spilker, weil er darüber mitentscheiden wird. Keine Frage sei
dagegen, was dann entstehen wird: "Ein Zusammenschluss, der
die Größe eines respektablen Sportverbandes hat." |
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Das drohende Verbot
bringe im Prinzip also nichts. Allouni: "Sie indizieren ja
nicht das Spiel, sondern sie indizieren diese Gemeinschaft.
Das wird nicht funktionieren." |
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heute.t-online |
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Junge
Politiker der Union im Bann von "Counterstrike"
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von Counterstrike unter der Lupe [Archiv] |
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