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Computerspiele kaum alleiniger Auslöser
von Gewalt
Psychologe: "Entscheidend ist die übrige
Lebensumwelt"
Gewaltbetonte Computerspiele können nach
Einschätzung eines Bremer Psychologen kaum der alleinige
Auslöser für einen Gewaltausbruch wie den Amoklauf in Erfurt
sein. "Entscheidend ist das, was sonst aus der Lebensumwelt
mitgebracht wird", sagte am Montag Ralf E. Streibl vom
Studiengang Informatik der Universität Bremen.
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29.04.2002
[Archiv]
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"Nur weil jemand solche Computer-spiele
spielt, wird er nicht zu solchen Taten getrieben." |
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Ralf E. Streibl |
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"Nur weil jemand
solche Computerspiele spielt, wird er nicht zu solchen Taten
getrieben", sagte Streibl, der auch Vorstandsmitglied des
Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche
Verantwortung (FIfF) ist. Für die meisten Spieler von
Ego-Shootern und ähnlichen Games stehe nicht das aggressive
Geschehen im Vordergrund, sondern die Herausforderung, so
schnell wie möglich reagieren zu müssen. |
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Unterschiedliche
Sichtweisen "Das
schließt aber nicht aus, dass dieselben Spiele von anderen
ganz anders gesehen werden", sagte Streibl. So könnten
Ego-Shooter auch Teil einer allgemeinen Faszination von Gewalt
sein, die dann auch mit der Fixierung auf Waffen, einer
Vorliebe für brutale Filme oder dem einseitigen Konsum von
aggressiver Musik einher gehen könne. "Je weniger eine
Vielfalt im Erleben da ist, desto weniger kann auch eine
differenzierte Auseinandersetzung mit der Umwelt stattfinden",
erklärte der Wissenschaftler. |
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Die meisten
Kinderpsychologen stimmen nach den Worten Streibls in der
Auffassung überein, dass Kinder auch Aggression im Spiel
erleben müssten, um den Umgang damit zu erlernen. Bedenklich
sei es aber, wenn dabei der Eindruck vermittelt werde, dass
Gewalt die einzige Möglichkeit der Konfliktlösung sei. Zudem
versperre das von vielen Computerspielen vermittelte Weltbild
einer starren Einteilung in Gut und Böse den Weg zu einem
differenzierten Umgang mit persönlichen Problemen. |
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