| Trauerkranz vor dem
Erfurter Gutenberg-Gymnasium |
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Schulmassaker Erfurter Schüler nimmt sich das
Leben 8. Juni
2002 Sechs Wochen nach der
Erfurter Bluttat hat ein Schüler des Gutenberg-Gymnasiums Selbstmord
begangen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 18-Jährige am frühen
Samstagmorgen leblos auf dem Grundstück seiner Eltern gefunden.
Wiederbelebungsversuche durch einen Notarzt seien
erfolglos geblieben, hieß es weiter. Der Schüler habe sich
zweifelsfrei selbst das Leben genommen, eine Straftat werde
ausgeschlossen. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei nicht. Das
genaue Motiv für die Selbsttötung sei noch unklar.
Erneuter Schicksalsschlag
für die Schule
Thüringens Kultusminister
Michael Krapp (CDU) sagte am Nachmittag, er sei entsetzt über „den
erneuten Schicksalsschlag, der das Gutenberg-Gymnasium getroffen
hat“. Der Familie des Schülers spreche er seine tiefe Anteilnahme
aus. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen seien angelaufen. Über
das Motiv hatte auch Krapp nach eigenen Worten noch keine
gesicherten Erkenntnisse.
Am Gutenberg-Gymnasium hatte
am 26. April im folgenschwersten Amoklauf dieser Art an einer
deutschen Schule der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser 16
Menschen und sich selbst erschossen. Viele der Schüler und Lehrer,
die die Bluttat miterlebten sind seither regelrecht traumitisiert,
so dass darüber spekuliert wird, dass darin das Motiv für die
Selbsttötung zu suchen sei.
Amokläufer hatte keinen
Komplizen
Den Ergebnissen der
Tatrekonstruktion zufolge hat der 19-jährige Täter das Blutbad in
der Erfurter Schule in nur rund zehn Minuten angerichtet. Nach dem
nun vorgelegten Bericht gab der Amokläufer zwischen 10.58 Uhr und
10.59 Uhr den ersten Schuss ab, der die
stellvertretende Direktorin traf. Gegen 11.10 Uhr erschoss
Steinhäuser sein letztes Opfer, den Polizisten Andreas Gorski. Nach
den Todesschüssen auf 16 Menschen richtete sich Steinhäuser selbst -
sieben Minuten, nachdem er den Polizisten getötet hatte. Steinhäuser
habe zweifelsfrei allein gehandelt.
Der Unterricht im
Gutenberg-Gymnasium soll erst ab August 2003 wieder beginnen.
Schüler, Eltern und Lehrer entschieden, erst die komplette Sanierung
des Hauses abzuwarten. Dies berichtete die „Thüringer Allgemeine“ am
Samstag.
Text: @dho Bildmaterial: dpa
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