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Dossier:
Die „Counterstrike-Debatte“ |
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29. April 2002 Im Blut der Littleton-Attentäter fand man Spuren
von Prozac. Auf ihren Computern lief "Doom", das Onlinespiel zum
simulierten Erschießen von Monstern und Menschen. Im Internet hatten
sie sich an Diskussionsforen beteiligt. Prozac, Doom und Internet -
das sind Angebote der Glücksindustrie. Sie hat längst ihr Gegenbild
inkubiert. Es gibt längst einen florierenden Markt des Hasses -
einst aus der gesellschaftlichen Revolte entstanden und noch heute
mit der Aura des Unangepaßten versehen, gehört das
Charles-Manson-Feeling längst zu den etablierten Angeboten der
Kulturindustrie. Freilich hat erst das Internet die Vertriebswege
von Meinungen und Marken geöffnet. Nicht nur aus juristischen
Gründen ist die Verzahnung der großen Marktsegmente am besten durch
Anonymität gewährleistet. Auf dieser Seite bilden wir die
Schlüsselindustrien dieses Hasses ab. Wie sie ineinandergreifen, ist
längst nicht zureichend bekannt, weil allzulange der Haß nur
politisch, als rechtsextreme Ideologie gedeutet wurde. Es wäre an
der Zeit, seine Pathologie zu studieren.
F.A.Z.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
30.04.2002, Nr. 100 / Seite 49
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