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29. April 2002 Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom
28. April hat mit dem Massaker von Erfurt ein bestimmtes
Computerspiel-Genre in Zusammenhang gebracht: das Action-Game und
sein Sub-Genre, den Ego-Shooter.
Hierbei bewegen sich die Spieler mit
vorgehaltener Waffe durch so genannte Maps, durch Landschaften und
durch Gebäude, in Zügen und Flugzeugen. Dabei sehen sie ihre
Umgebung aus der Ich-Perspektive und treffen auf ihresgleichen, also
auf virtuelle Repräsentanten anderer Spieler, die wie sie selbst
ihre Bildschirmfigur über Maus und Tastatur steuern, und auf rein
computergesteuerte Figuren.
Das Spieleprinzip von
„Counterstrike“ ist das von Räuber und Gendarm. Ein Gruppe von
Terroristen und eine Gruppe von Antiterror-Kämpfern treffen in einem
virtuellen Szenario aufeinander und spielen dabei nach einer von
grundsätzlich drei Spielvarianten.
Variante 1:
Geiselnahme
Die Terroristen bewachen eine
Gruppe von Geiseln, im Spiel Figuren, die vom Computer gesteuert
werden. Die Antiterror-Kämpfer müssen versuchen, diese Geiseln zu
befreien und sie an einen bestimmten Punkt des Levels zu
eskortieren. Gelingt den Antiterror-Kämpfern das, haben sie
gewonnen. Gelingt es nicht, gewinnen die Terroristen. Eine Geisel zu
töten führt zu Punktverlust.
Variante 2:
Bomben-Terror
Die Terroristen müssen eine
Bombe an einer bestimmten Stelle des Szenarios deponieren und scharf
machen. Die Antiterror-Kämpfer müssen sie daran hindern, oder, wenn
die Bombe schon gelegt wurde, diese entschärfen.
Variante 3:
Personenschutz
Die Antiterror-Kämpfer müssen
einen Mitspieler, den sogenannten VIP, quer durch das Szenario
eskortieren und dabei vor den Attacken der Terroristen schützen.
Erreicht der VIP das Ziel, haben die Antiterror-Kämpfer gewonnen,
andernfalls gewinnen die Terroristen.
Alle Varianten können zudem
auf zwei weitere Arten entschieden werden. Die Teams bekämpfen sich
gegenseitig, um zu verhindern, dass der Gegner seine Aufgabe löst.
Wird dabei ein Team völlig kampfunfähig gemacht, gewinnt das andere,
unabhängig von der Aufgabenstellung des Levels. Außerdem können die
Spieldurchgänge zeitlich begrenzt werden. Je nach Spielvariante
gewinnen die Terroristen oder ihre Gegenspieler nach Ablauf der
Zeit.
Am Anfang nur eine
Handfeuerwaffe
„Counterstrike“ kann über das
Internet, aber auch in örtlich begrenzten Computernetzwerken, zum
Beispiel in Unternehmen oder in Internet-Cafés, gespielt
werden. Bis zu 32 Mitspieler finden sich gemeinsam auf einem Rechner
im Netz ein, schlagen sich auf eine Seite und wählen
ihre Spielfigur.
Betritt ein neuer Spieler das
Level, steht ihm zunächst nur eine Handfeuerwaffe und ein kleiner
Geldbetrag zur Verfügung, mit dem Munition gekauft werden kann. Je
nach Erfolg des einzelnen Spielers und seines Teams erhöht sich das
eigene Konto, so dass nach und nach teurere Waffen erworben werden
können.
Zur Auswahl stehen
Nachbildungen real existierender Waffen, zum Beispiel das russische
Schnellfeuergewehr AK-47 Kalaschnikoff, Scharfschützengewehre oder
auch schnell nachzuladende Schrotflinten, die sogenannten „Pump
Guns“. Diese Ausrüstung kann ergänzt werden durch
Panzerwesten und Handgranaten.
Entscheidend ist das
Zusammenspiel im Team
Entscheidend für den Erfolg
im Spiel ist zum einen die Fähigkeit zur schnellen Reaktion des
Spielers und der schlafwandlerisch sichere Umgang mit den
Steuerinstrumenten, der Computermaus und der Tastatur. Mindestens
ebenso wichtig ist das Zusammenspiel des Teams. Auch ein zahlenmäßig
weit unterlegenes Team kann gewinnen, wenn das Zusammenspiel klappt.
Die verschiedenen
Bewaffnungen erlauben und erfordern geradezu, dass die einzelnen
Spieler eines Teams verschiedene Positionen einnehmen. So bleibt der
Besitzer eines Scharfschützengewehrs im Hintergrund und deckt das
Spielfeld großflächig ab, während die Besitzer von Maschinenpistolen
eher die kurze Distanz zum Gegner suchen.
Text: @bitt
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