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7. Oktober 2002    <Gast>
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Computerspiele
„Counterstrike“: Geiselnahme und Bomben-Terror
Von Manfred Bitter
 
 
Dossier: Die „Counterstrike-Debatte“
Experten-Forum zur „Counterstrike“-Diskussion
29. April 2002 Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 28. April hat mit dem Massaker von Erfurt ein bestimmtes Computerspiel-Genre in Zusammenhang gebracht: das Action-Game und sein Sub-Genre, den Ego-Shooter.

Hierbei bewegen sich die Spieler mit vorgehaltener Waffe durch so genannte Maps, durch Landschaften und durch Gebäude, in Zügen und Flugzeugen. Dabei sehen sie ihre Umgebung aus der Ich-Perspektive und treffen auf ihresgleichen, also auf virtuelle Repräsentanten anderer Spieler, die wie sie selbst ihre Bildschirmfigur über Maus und Tastatur steuern, und auf rein computergesteuerte Figuren.

Das Spieleprinzip von „Counterstrike“ ist das von Räuber und Gendarm. Ein Gruppe von Terroristen und eine Gruppe von Antiterror-Kämpfern treffen in einem virtuellen Szenario aufeinander und spielen dabei nach einer von grundsätzlich drei Spielvarianten.

Variante 1: Geiselnahme

Die Terroristen bewachen eine Gruppe von Geiseln, im Spiel Figuren, die vom Computer gesteuert werden. Die Antiterror-Kämpfer müssen versuchen, diese Geiseln zu befreien und sie an einen bestimmten Punkt des Levels zu eskortieren. Gelingt den Antiterror-Kämpfern das, haben sie gewonnen. Gelingt es nicht, gewinnen die Terroristen. Eine Geisel zu töten führt zu Punktverlust.

Variante 2: Bomben-Terror

Die Terroristen müssen eine Bombe an einer bestimmten Stelle des Szenarios deponieren und scharf machen. Die Antiterror-Kämpfer müssen sie daran hindern, oder, wenn die Bombe schon gelegt wurde, diese entschärfen.

Variante 3: Personenschutz

Die Antiterror-Kämpfer müssen einen Mitspieler, den sogenannten VIP, quer durch das Szenario eskortieren und dabei vor den Attacken der Terroristen schützen. Erreicht der VIP das Ziel, haben die Antiterror-Kämpfer gewonnen, andernfalls gewinnen die Terroristen.

Alle Varianten können zudem auf zwei weitere Arten entschieden werden. Die Teams bekämpfen sich gegenseitig, um zu verhindern, dass der Gegner seine Aufgabe löst. Wird dabei ein Team völlig kampfunfähig gemacht, gewinnt das andere, unabhängig von der Aufgabenstellung des Levels. Außerdem können die Spieldurchgänge zeitlich begrenzt werden. Je nach Spielvariante gewinnen die Terroristen oder ihre Gegenspieler nach Ablauf der Zeit.

Am Anfang nur eine Handfeuerwaffe

„Counterstrike“ kann über das Internet, aber auch in örtlich begrenzten Computernetzwerken, zum Beispiel in Unternehmen oder in Internet-Cafés,  gespielt werden. Bis zu 32 Mitspieler finden sich gemeinsam auf einem Rechner im Netz ein, schlagen sich auf eine Seite und wählen ihre  Spielfigur.

Betritt ein neuer Spieler das Level, steht ihm zunächst nur eine Handfeuerwaffe und ein kleiner Geldbetrag zur Verfügung, mit dem Munition gekauft werden kann. Je nach Erfolg des einzelnen Spielers und seines Teams erhöht sich das eigene Konto, so dass nach und nach teurere Waffen erworben werden können.

Zur Auswahl stehen Nachbildungen real existierender Waffen, zum Beispiel das russische Schnellfeuergewehr AK-47 Kalaschnikoff, Scharfschützengewehre oder auch schnell nachzuladende Schrotflinten, die sogenannten „Pump Guns“. Diese  Ausrüstung kann ergänzt werden durch Panzerwesten und Handgranaten.

Entscheidend ist das Zusammenspiel im Team

Entscheidend für den Erfolg im Spiel ist zum einen die Fähigkeit zur schnellen Reaktion des Spielers und der schlafwandlerisch sichere Umgang mit  den Steuerinstrumenten, der Computermaus und der Tastatur. Mindestens ebenso wichtig ist das Zusammenspiel des Teams. Auch ein zahlenmäßig weit unterlegenes Team kann gewinnen, wenn das Zusammenspiel klappt.

Die verschiedenen Bewaffnungen erlauben und erfordern geradezu, dass die einzelnen Spieler eines Teams verschiedene Positionen einnehmen. So bleibt der Besitzer eines Scharfschützengewehrs im Hintergrund und deckt das Spielfeld großflächig ab, während die Besitzer von Maschinenpistolen eher die kurze Distanz zum Gegner suchen.


Text: @bitt
 
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