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16. Mai 2002 Zwei Welten prallen aufeinander: Die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, eine Behörde, auf der
einen Seite, auf der anderen eine aufgebrachte Gemeinde. Für sie
ging es um mehr als die Indizierung des Computerspiels
„Counterstrike“. Für sie war es eine Entscheidung über Freiheit oder
Zensur, die Anerkennung oder Verteufelung einer
Freizeitbeschäftigung, Gut oder Böse.
Entsprechend groß ist die Erleichterung, dass die
Bundesprüfstelle das Spiel nicht auf den Index jugendgefährdender
Schriften setzen will. Im Forum der Internet-Seite
„www.counterstrike.de“ wird gleich der Herr selbst gepriesen, ein
Fass zu öffnen versprochen, „Counterstrike“ hoch leben gelassen -
und ein bisschen auch die Bundesprüfstelle. Sie habe sich von der
„überzogenen Hetze der Medien“ nicht verrückt machen lassen, sondern
„sachlich entschieden“, freuen sich die Spieler in ihren Postings.
Der Gegenschlag der
Judikative
Dabei wird schnell übersehen,
dass die Behörde in einem nahezu technischen Verfahren die Software
einer Prüfung unterzogen hat. Maßstab war dabei zum einen die
aktuelle Rechtslage, zum anderen der Vergleich mit bislang
indizierten Spielen. Und die seien doch deutlich blutiger als
„Counterstrike“, wie die Bundesprüfstelle festgestellt hat. Von
einem „Schlag ins Gesicht der Medien und der CSU/CDU“, den ein
„Counterstrike“-Fan im Forum feiert, kann also keine Rede sein.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Erst wenn das Jugendschutzgesetz
verschärft wird, wie an diesem Donnerstag fast zeitgleich im
Bundestag diskutiert, können Altersbegrenzungen für den Zugang zu
Computerspielen durchgesetzt werden.
Ein Nutzer mit dem Pseudonym
„Großmeister“ rät im Forum auf „www.counterstrike.de“ zur Vorsicht:
Er sieht - wohl durch das „Strategiespiel“ Counterstrike geschult -
in der Entscheidung der Behörde eine strategische Finte. Man solle
sich nicht zu früh freuen, warnt er: „Der 'Counter-Strike' kommt
bestimmt.“
Text: @kue
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