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6. Oktober 2002    <Gast>
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Bundesregierung
Ein Runder Tisch gegen die Gewalt
 
 
Indizierung: "Counterstrike" auf dem Prüfstand
15. Mai 2002 Wenige Tage nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium stellte die rot-grüne Bundesregierung ein Bündel von Maßnahmen vor, das Gewaltausbrüche dieser Art künftig  verhindern soll. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines Runden Tischs, an dem über Gewalt im Fernsehen und im Internet gesprochen werden soll, die Novellierung des Jugendschutzgesetzes sowie die Verschärfung des Waffenrechts.

Runder Tisch: Mit den Intendanten privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehsender vereinbarte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) über die Darstellung von Gewalt im Fernsehen und im Internet zu beraten. ZDF-Intendant Markus Schächter schloss nach dem ersten Treffen Anfang Mai nicht aus, dass das Gremium eine Art Ehrenkodex vereinbaren könnte.

Der Zirkel mit dem Namen „Gewalt in den Medien“, zu dem neben Politikern auch Vertreter von Fernsehsendern, Landesmedienanstalten und Internet-Anbietern gehören, sollen zudem Vorschläge für einen verbesserten Jugendschutz erarbeiten. Das zweite Treffen des Gremiums wird an diesem Donnerstag stattfinden. Anbieter von Videos und Computerspielen sowie Vertreter des Videohandels und der Kino- und Internetbranche werden daran teilnehmen.

Waffenrecht: Noch vor der Sommerpause wollen Bundestag und Bundesrat das Waffenrecht verschärfen. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern soll Einzelheiten möglicher Änderungen des Waffenrechts bis zur Sitzung der Länderkammer am 31. Mai vorlegen, damit das Gesetz schnell verabschiedet werden kann. Unter anderem soll die Arbeitsgruppe prüfen, ob die Altersgrenze für den Erwerb einer Schusswaffe auf 25 Jahre angehoben werden soll. Darüber hinaus wird die Senkung der Altersgrenze bei Sportschützen von zwölf auf zehn Jahre zurückgenommen.

Jugendschutzgesetz: Am 8. Mai verabschiedete das Bundeskabinett einen Entwurf für ein neues Jugendschutzgesetz. Künftig sollen danach außer gewaltverherrlichenden Filmen und Videos auch Computerspiele verboten werden. Auch dieses Gesetz soll noch vor der Sommerpause von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Diskussion: Bundeskanzler Schröder hat eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Gewalt angeregt. Als Vorbild könne dabei die parteiübergreifende Diskussion über die Bioethik gelten. Darüber hinaus schlug der Kanzler vor, eine Stiftung für Bildung und Erziehung einzurichten. Diese könne die gesellschaftlichen Ursachen für Gewalt erforschen und damit zu ihrer Überwindung beitragen.


Text: @see
 
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