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report
AUS MÜNCHEN
Nach dem Amoklauf von Erfurt - |
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Bad Reichenhall, November 1999, Ein 16-jähriger Schüler ermordet fünf Menschen mit den Waffen seines Vaters. Freising, Februar 2002, ein jugendlicher Amokläufer tötet vier Personen, zwei ehemalige Arbeitsgeber und zwei Lehrer. Erfurt letzten Freitag. 17 Tote sind das traurige Ergebnis einer Wahnsinnstat eines 19jährigen Gymnasiasten. Alle drei Amokläufer hatten eines gemeinsam: Sie waren Fans von brutalen Video-Spielen. Spiele, die Jugendliche täglich an den Computer locken: Das populärste Spiel zur Zeit, Favorit auch des Täters von Erfurt: Counterstrike. Hier wird Terror und Antiterrorkriegsführung simuliert. Und zwar täuschend echt, sagen die Spieler. 0-Ton Schüler: Counterstrike ist das Online-Spiel weltweit. Ziel des Spiels: töten und nicht getötet werden. Bis zu 500.000 Spieler sind laut Angaben des Herstellers ständig eingeloggt. Der Kick dabei: Man spielt nicht mehr gegen den Computer, sondern online gegen seine Freunde. Counterstrike bietet außerdem eine realistische Waffenkunde für Anfänger. 0-Ton Schüler: Eigentlich ist die härtere, englische Version erst ab 18 Jahre erlaubt, doch das nimmt niemand ernst. 0-Ton Schüler: Gewaltvideospiele sind in, nur wenige Jugendliche können sich dem entziehen. Für viele Psychologen und Medienwissenschaftler ist die Nähe zur Realität ein Problem, die Simulation eine Anleitung zum Töten. Prof. Jo Groebel, Medienwissenschaftler: Das Spiel, in dem man vom Polizisten bis zum Passanten jeden erschießen kann, ist nicht einmal das härteste für die Kids. Eine Steigerung des Gemetzels ist immer noch möglich: 0-Ton Schüler: Jetzt denken Politiker über Verbote der Videospiele nach. Sehr zur Belustigung der Jugendlichen, denn übers Internet könnte man alles beziehen, was man nur will. |
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