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Viele Eltern, viele Großeltern bewegt in diesen Tagen
angesichts der Ereignisse von Erfurt die Frage: Welche Signale
senden unsere Kinder, wenn ihre Seele wund ist. Was kann hinter
Essstörungen stecken? Wie verkraften Kinder Trennungen? Was
signalisiert plötzlicher Leistungsabfall in der Schule?
Schlafstörungen, Bettnässen oder Fingernägel knabbern - sind das
Zeichen von ungelösten Konflikten?
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 | Medizinisches Wörterbuch: Die Signale der
Kinder
Nach neuesten Untersuchungen zeigt ein Fünftel
aller Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren ein
auffälliges Verhalten wie Aggressionen, Konzentrationsprobleme oder
Ängstlichkeit. Das typische Schulkind von heute leidet viel
stärker unter Ängsten als Kinder gleichen Alters in den 50er-Jahren.
Das ist das erschreckende Ergebnis zweier amerikanischer Studien .
Hohe Anforderungen in der Schule, Freizeitstress und Konflikte in
der Familie bringen die Kinder oft an die Grenze ihrer
Leistungsfähigkeit. Mehr als die Hälfte klagen über Erschöpfung und
Stress. Ärzte und Psychologen sind sich einig: Kinder haben heute
zu viel Stress, zu wenig Schlaf und zuwenig Bewegung. Wenn ein
Kind überfordert ist, verweigert es als erste Reaktion jede
Leistung. Schulprobleme bis hin zum Schulversagen sind die Folgen.
Doch auch der Körper zeigt Reaktionen, wenn die Seele im
Ungleichgewicht ist. Die Angst nicht geliebt zu werden oder zu
versagen und der damit verbundene Stress können krank machen. Die
Eltern ahnen in der Regel nicht, was ihr Kind wirklich quält, wenn
es sinnlos Dinge zerstört, beim Spielen immer Außenseiter ist, mit
sechs Jahren noch - oder wieder - einnässt oder chronische
Schlafstörungen hat.
Werden Kinder langfristig überfordert,
entwickeln sich zusätzlich zu den Leistungsproblemen mit hoher
Wahrscheinlichkeit Verhaltensstörungen. Diese äußern sich in
Aggressivität und motorischer Unruhe. Die Kinder spielen bevorzugt
den Klassenclown, erledigen keine Hausaufgaben und schwänzen die
Schule. Auch Tagträumen, Essstörungen und übermäßige Schüchternheit
können Folge chronischer Überforderung in Schule und Familienleben
sein. Trennungen der Eltern führen vor allem bei Jungen zu
gesteigerter Aggressivität während Mädchen sich zurückziehen und ein
erhöhtes Anpassungsverhalten zeigen. Probleme bei Mädchen zeigen
sich oft erst in der Pubertät oder später. Das Ausmaß der Störung
des Sozialverhaltens steht im direkten Zusammenhang zum
Drogenmissbrauch. Je früher und stärker diese Störungen sind, desto
früher und desto wahrscheinlicher ist auch ein früher Drogenkonsums,
aber auch ein frühes Rauchen oder Alkoholkonsum. Bei Stress und
Überforderung, greifen vor allem die Jugendlichen, die nicht gelernt
haben, mit Herausforderungen, Konflikten und Enttäuschungen
umzugehen, zu Suchtmitteln, von denen sie sich Ablenkung und
Entspannung versprechen.
In Deutschland leiden
schätzungsweise 2,5 Prozent der Schulkinder und 15 Prozent der
Teenager an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Symptome
verstecken sich meist hinter einer Verhaltensauffälligkeit, die der
Laie nicht selten auf Erziehungsmängel zurückführt. Bei Jungen
äußert sich die seelische Erkrankung vielfach in Zerstörungswut oder
ständigem Streiten. Dabei zerstören sie vor allem das, was ihnen
besonders lieb ist. Mädchen hingegen reagieren mit Rückzug und
Hemmungen. Oft münden psychische Probleme bei ihnen in Gewalt gegen
sich selbst. Sie verletzen sich selbst, schlitzen sich etwa Arme und
Beine auf. Typisches Beispiel für diese Selbstverletzungen sind auch
Essstörungen (Magersucht, Bulimie), die vor allem mit Beginn der
Pubertät auftreten können und gefährliche Warnsignale sind. Hinzu
können ständig wiederkehrende körperliche Beschwerden wie
morgendliche Bauch- und Kopfschmerzen, Einschlaf- und
Durchschlafstörungen, eine gebeugte Körperhaltung und
Rückenschmerzen Anzeichen einer Depression sein. Depressive
Kinder ziehen sich immer mehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück und
vergraben sich zu Hause in ihrem Zimmer. Sie trösten sich oft mit
Süßigkeiten und nehmen dadurch schnell zu.
Bettnässen
(Enuresis) gehört ebenfalls zu den häufigsten Störungen des
Kindesalters. Vom Bettnässen spricht man, wenn sich ein Kind in
einem Alter von 5 Jahren und älter noch regelmäßig einnässt. Etwa 10
Prozent der Siebenjährigen und noch 1-2 Prozent der Jugendlichen
sind davon betroffen. Dabei müssen aber nicht immer psychische
Probleme die Ursache sein. Einnässen kann ein Symptom vieler,
rein körperlicher Krankheiten sein. Häufige organische Ursache ist
eine einfache Entzündung der Harnwege. Selten können aber auch
Epilepsie, Diabetes, neurologische Störungen oder anatomische
Fehlbildungen der Harnwege der Enuresis zugrunde liegen. Deshalb
sollten organische Krankheiten grundsätzlich durch eine ärztliche
Untersuchung ausgeschlossen werden. Die häufigste Form des
Bettnässens, die primäre Enuresis nocturna, wird als eine
unkomplizierte Verzögerung der Entwicklung des Kindes betrachtet.
Sie betrifft etwa 75 Prozent aller Fälle. Bei der sekundären
Enuresis spielen dagegen wahrscheinlich psychische Ursachen die
Hauptrolle. Einnässen kann dann ein unbewusstes Signal sein:
"Etwas stimmt nicht". Nässt ein Kind wieder ein, nachdem es lange
trocken war, lassen sich oft unerwartete Veränderungen im Leben des
Kindes finden, die es verunsichern. Ein Geschwisterchen wurde
geboren, der Verlust eines Familienmitgliedes, Streitigkeiten in der
Familie, ein Trennungserlebnis oder ein Umzug. Auch das Einnässen
tagsüber weist oft auf ein seelisches Problem hin.
Als Gründe
für die Zunahme von Ängsten, Verhaltensstörungen und Depressionen
bei Kindern vermuten Experten neben der echten oder vermeintlichen
Zunahme äußerer Bedrohung (Aids, Umweltschäden, Atomkrieg), vor
allem die Abnahme sozialer Bindungen. Früher wuchsen Kinder
überwiegend im Netzwerk der Familie auf, die Großeltern übernahmen
dabei wichtige Betreuungsaufgaben. Freundschaften in der
Nachbarschaft verstärkten das Gefühl von Geborgenheit. Diese
gewachsenen sozialen Strukturen gibt es heute immer weniger. Wo
früher vorgelesen, gemeinsam gespielt und gewandert wurde, regieren
heute Fernsehkrimis und Computerspiele. Zudem finden die Eltern
offenbar immer weniger Zeit für ihren Nachwuchs. Durchschnittlich
zehn Minuten pro Tag, so das Ergebnis einer deutschen Studie,
befassen sich die modernen Väter intensiv mit ihren
Kindern. Werden bei Kindern Verhaltensstörungen festgestellt, ist
es wichtig, diese ernst zu nehmen. Vor allem sollte man dem Kind
zuhören, wenn es reden möchte. Dafür ist viel Zuwendung und vor
allem mehr Zeit für Kinder notwendig. Zudem sollten unnötige
Belastungen abgebaut werden, so dass das Kind genügend Freiraum hat,
damit es sich spielerisch entwickeln kann. Jedes Kind hat Stärken
und Schwächen, die die Eltern herausfinden und akzeptieren müssen.
Dann wird es auch nicht vorkommen, dass etwas erzwungen wird. Ein
regelmäßiger Kontakt zu den Lehrern kann dabei helfen. Wichtig
ist, dem Kind Erfolgserlebnisse zu gönnen. Das stärkt das
Selbstbewusstsein und motiviert. Grundsätzlich sollte man keine
Scheu haben, sich professionelle Hilfe zu suchen. So bekommt man in
einer Familienberatungsstelle eine kostenlose und unverbindliche
Erstberatung. Der Blick von außen hilft oft, das Problem zu
erkennen. Nicht jedes Kind braucht eine Psychotherapie, oft reichen
schon kleine Veränderungen, um das seelische Gleichgewicht wieder
herzustellen.
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Vor Ort:
Kindernotdienst Leipzig
Selbstmord (Suizid) bei Kindern
und Jugendlichen ist nach wie vor ein großes Tabuthema. Dabei ist
der Suizid nach dem Unfalltod die zweit häufigste Todesursache in
dieser Altersschicht bis 20 Jahre. In Deutschland versuchen täglich
40 Kinder sich das Leben zu nehmen, für 3 von ihnen kommt jede
Rettung zu spät. Eine erster Schritt für suizidgefährdete Kinder
und Jugendlichen sowie deren Eltern kann das Aufsuchen einer
Einrichtung des Kindernotdienstes sein. Kinder und Jugendliche haben
bei diesem Krisendienst eine Anlaufstelle, bei der sie schnell und
unbürokratisch Schutz und Hilfe in für sie ausweglosen Situationen
finden. Fast jeder Suizid kündigt sich durch Zeichen und
Handlungen an. Gefährdete Kinder und Jugendliche provozieren und
stören in der Schule, halten sich nicht mehr an Regeln oder leiden
an Ess- und Magersucht. Manchmal streiten sie, stehlen, sind
trotzig, aggressiv und brechen Beziehungen mit Freunden ab. Acht von
zehn Selbstmördern haben ihre Tat vorher angekündigt. Oft werden
auch deutliche Signale nicht beachtet. Wenn "zum Spaß" Kreuze und
Särge gemalt werden, fühlt man sich an die eigene Angst vor dem Tod
erinnert und übersieht leicht die Verzweiflung des
Jugendlichen. Die Frage der betroffenen Eltern nach dem ,,Warum"
bleibt meist unbeantwortet. Nur jeder zehnte jugendliche
Selbstmörder hinterlässt einen Abschiedsbrief. Die Ursache des
Suizids bei Kindern und Jugendlichen liegt oft in der frühen
Kindheit. Fehler in der Erziehung wie Zurücksetzen oder
Vernachlässigung des Kindes, fehlende Grenzen, Misstrauen, aber auch
ständige Kritik oder eine angstfördernde Erziehung sowie zu hohe
Leistungserwartungen gehören dazu. Auslöser für einen Suizid sind
meist aktuelle Anlässe wie z.B. Verlust eines Elternteiles durch
Scheidung oder Tod, Probleme in der Schule oder Beruf,
Drogenprobleme und Kriminalität (Diebstahl), aber auch zerbrochene
Freundschaften und Liebeskummer. Nicht zu unterschätzen sind
psychische Erkrankungen als Ursachen . 60 % aller Selbstmörder
litten unter Depressionen. Aber auch Gewalt gegen Kinder und
Jugendliche ist ein sehr weit verbreitetes Problem. Die Betroffenen
schämen sich, darüber zu sprechen oder werden mit Drohungen zum
Schweigen gebracht. Häufig stehen diese Kinder und Jugendliche ohne
Hilfe da und wissen keinen anderen Ausweg als den
Freitod.
Eine Schlüsselrolle bei der Verhütung von
Selbstmorden kommt den Eltern zu. Das Kind braucht, um sich
entwickeln zu können, die einfühlsame Liebe der Eltern. Es darf
keine Angst vor ihnen haben, muss sie aber respektieren. Das Kind
muss wissen, dass die Eltern immer für es da sind.
Hilfe in
Konfliktsituationen bieten Kindernotdienste und Kindernothilfen, die
in jeder größeren Stadt zu finden sind. Bei der Suche nach einem
Ansprechpartner in der Nähe können auch die Mitarbeiter des Kinder-
und Jugendtelefons "Die Nummer gegen Kummer" helfen. Die
Telefonnummer Kinder- und Jugendtelefon 0800 / 111 0 333 und
Elterntelefon 0800- 111 0 550, (Mo- Freitag 9.00 Uhr bis 19.00
Uhr) ist kostenlos und verbindet den Anrufer zur nächsten
Beratungsstelle in der Umgebung.
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Hilfe verspricht: Mit
Gesprächen Computerspiele begleiten
Medienwissenschaftler
und Pädagogen sind sich weitgehend einig, dass Gewalterfahrungen aus
Computerspielen oder in Videos allein kaum Auslöser für einen
Gewaltausbruch oder Amoklauf sein können. Allerdings werden bei
der Suche nach Gründen für solche Gewaltausbrüche Video- und
Computer-Spiele von der Öffentlichkeit schnell als ein Argument ins
Feld geführt. Vor allem sogenannte "Ego-Shooter" zu deutsch
"Ballerspiele". Einzige Spielregel ist hier das reflexsichere
Abschießen der in den virtuellen Labyrinthen lauernden Gegner. Reine
Geschicklichkeitsspiele oder doch versteckte Anleitung zur
Gewalt? Nach dem bisherigen Stand der Medienwirkungsforschung
gibt es vier grundlegend verschiedene Theorieansätze zu Gewalt und
Computer-Spielen. Keiner dieser Erklärungsansätze konnten allerdings
bisher bewiesen oder widerlegt werden. Nach der sogenannten
Stimulationstheorie sollen aggressive Computer-Spiele die
Aggressionsbereitschaft fördern. Die Inhibitionstheorie besagt
hingegen, dass aggressive Computer-Spiele Angst erzeugen und die
Aggressionsbereitschaft hemmen. Demgegenüber sollen nach der
Habitualisierungstheorie aggressive Computer-Spiele abstumpfend und
gewöhnend wirken. Und nach der Katharsistheorie schließlich bauen
aggressive Computer-Spiele Spannungen ab und mindern dadurch die
Aggressionsbereitschaft. So unterschiedlich diese Theorien auch
sind, in einem Punkt sind sich die Forscher einig: Es gibt keinen
einfachen Ursache - Wirkung Zusammenhang für die Entsehung von
Gewalt durch Computer-Spielen. Für die Faszinations- und
Anziehungskraft von aggressiven Computer-Spiele gibt es im
Wesentlichen zwei Gründe. Gewalt ist spannend: Sie wirkt der
Langeweile - einem wesentlichen Auslöser, überhaupt zu spielen -
entgegen. Durch die permanente Bedrohungssituation wird ein
Abflachen des Spannungsniveaus verhindert. Aber durch eine gleich
bleibende Handlung oder Abnutzung grafischer Effekte nimmt das
Interesse mit der Zeit ab. Es müssen neue Spiele mit veränderten
Spielmustern und aufwendigeren Effekten auf den Markt. Die hierdurch
entstehende Gewaltspirale wird von dem Bedürfnis nach immer
stärkeren Reizen in Gang gehalten. Zweitens wird durch Gewalt
Kontrolle und Macht ausgeübt. Die Macht im Computer-Spiel steigt im
hohen Maße mit der Zerstörungskraft der Waffen. Bessere Technik
bedeutet mehr Kontrolle und mehr Macht. Und anders als im realen
Leben gelten im Spiel überschaubare Regeln, mit denen der Spieler
die Kontrolle über das Spielgeschehen und den Computer-Raum erlangt.
So kann er Ohnmachtgefühle gegenüber der Vielschichtigkeit der
realen Welt ausgleichen.
Aber wenn es um die Beurteilung der
Auswirkungen von Computer-Spielen geht, kommt dem Realitätsgrad der
Spielewelt eine wichtige Bedeutung zu. Für Kinder unter 12 Jahren,
die zudem noch nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden
können, bergen brutale Computer-Spiele durchaus Gefahren. Je
wirklichkeitsnaher und glaubwürdiger die virtuelle Welt ist, umso
eher wird ein Bezug zur Realität hergestellt. Besonders
besorgniserregend sind dabei gerade die realistischen Ballerspiele
(Ego-Shooter), denn die Szenarien, Waffen und Gegner sind hier
weitgehend der Realität nachempfunden.
Vor allem sind die
Eltern gefordert, die virtuellen Handlungsmuster ins rechte Licht zu
rücken. Der wichtigste Schutz gegen die Umsetzung von Gewalt aus
Computerspielen in die Realität ist die Entwicklung des moralischen
Bewusstseins. Das sind zum großen Teil abendländische
Wertvorstellungen, "Du sollst nicht töten" und "Tu deinem Nächsten
nichts a"?. Niemand wird allein wegen brutaler Spiele zum
Gewalttäter. Die Eltern sollen aber wissen, was das Kind in seiner
Freizeit spielt, für das Kind da sein und mit dem Kind
reden. Damit wäre schon viel erreicht. Computerspiele sind ein
fester Bestandteil der heutigen Jugendkultur. Sie zu verbieten, wäre
zwecklos.
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Anders heilen: Gewalt
erkennen und vorbeugen
Auseinandersetzungen auch mit den
Fäusten zu führen, ist in Kindergarten und Schule nichts
Ungewöhnliches. Die Grenzen zwischen einer harmlosen Kabbelei, einem
normalen Ringen um die Rangfolge oder aber dem Anfang einer Laufbahn
als Gewalttäter sind dabei fließend. Erfahren Eltern von Prügeleien
oder gar Misshandlungen anderer Kinder, gilt es deshalb schon
frühzeitig wachsam zu sein. Hier sollte man so früh wie möglich
eingreifen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass schon im
Alter von fünf Jahren relativ festgelegt ist, ob jemand in Zukunft
ein gewalttätiges Verhalten haben und beibehalten wird. Über 40
Prozent der Kinder, die ein aggressives Verhalten in Kindergarten
und Schule zeigen, behalten diese Schwierigkeiten bis ins
Erwachsenenalter hinein. Aggressives Verhalten wird von den
Fachleuten einer Störung des Sozialverhaltens zugeordnet. Es
entsteht über einen langen Zeitraum und ist gekennzeichnet durch ein
extremes Maß von Streit, Wutausbrüchen, provokativen Verhalten,
Tyrannisieren, Schulschwänzen. Auch häufiges sinnloses Lügen oder
kleinere Diebstähle können ebenso Alarmzeichen sein, Eltern zum
Handeln veranlassen sollten. Die Eltern sollten mit ihrem Kind
sprechen und wieder einen Zugang zu ihm finden. Das heißt, sich für
die Probleme des Kindes zu interessieren, Interessen zu fördern,
viel Zeit mit ihm zu verbringen und sich über die
Freizeittätigkeiten zu informieren. Gleichzeitig sollte ein enger
Kontakt zu Schule oder Kindergarten gehalten werden. Wichtig ist
es, gerade auch in Konfliktsituationen dem Kind ein Vorbild zu sein:
Kinder lernen durch beobachten. Und was sie dort erleben, das prägt
ihre eigenen Verhaltensweisen. Aggressive Störungen bei Kindern und
Jugendlichen kommt besonders häufig vor, wenn in den Familien viel
gestritten wird, die Kinder vernachlässigt werden, aber auch
Ablehnung oder Missbrauch existieren. Wenn Gewalt im Elternhaus als
normales Mittel im Umgang akzeptiert ist, dann ist die
Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Konfliktlösung von den Kindern
übernommen wird.
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Unser Hausrezept:
Naturmittel bei Kopfschmerzen und Ermüdungserscheinungen
Durch den Leistungsdruck und die Anforderungen im
Elternhaus leiden Kinder und Jugendliche immer mehr unter
Stresssymptomen. Kopf- und Magenschmerzen, Nervosität,
Schlafbeschwerden und Essstörungen gehören dazu. Kinder
übernehmen häufig vorbehaltlos Verhaltensmuster ihrer Eltern. Auf
diese Weise lernen auch Kinder früh die medikamentöse Problemlösung
kennen. Als ob alle Sorgen mit Tabletten zu beheben wären. Bei
Kopfschmerzen helfen oftmals Entspannung und ein Spaziergang an der
frischen Luft. Eltern sollten den Arzt fragen, ob eine
Medikamentengabe tatsächlich notwendig ist. Auch mit
naturheilkundlichen oder alternativen Heilverfahren sind bei Kindern
erstaunliche Wirkungen zu erzielen. Zur Anwendung bei Kindern
empfehlen wir einen Teeaufguss aus Orangenblüten. Er entfaltet eine
mild beruhigende und entspannende Wirkung und sollt vor allem abends
getrunken werden. Bei Ermüdungszuständen bietet sich
Pomeranzenschalen-Tee an. Er schmeckt bitter aber nicht unangenehm
und kann bei Bedarf mit Honig gesüßt werden. Dreimal täglich eine
kleine Tasse etwa zu den Mahlzeiten sorgt für Belebung und besseren
Appetit. Wahlweise können auch die getrockneten Schalen
unbehandelter Orangen (Bioladen) verwendet werden.
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| 24.07.2002 | 17:40 |
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Mehr aus mdr.de |
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Internet | |
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Neue Kindersicherung fürs Internet
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