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3.Mai: 100.000 trauern in Erfurt
In Erfurt haben mehr als 100.000 Menschen Abschied von den Opfern des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium genommen. Der Domplatz war bis in die Nebengassen mit Trauernden gefüllt, die mit einer Andacht den Toten die letzte Ehre erwiesen. Vor dem Dom ragte ein 10 Meter hohes, weißes Holzkreuz zur Erinnerung, auf den Stufen brannten 16 Kerzen für die Opfer, gesäumt von einem Blumenmeer. Auf einer riesigen Leinwand waren Bilder des Gutenberg-Gymnasiums zu sehen, daneben standen aufgelistet auf einem weißen Banner die Namen der Ermordeten.

Trauerfeier vor Erfurter Dom

Zu Beginn der Trauerzeremonie erklang Schuberts "Unvollendete". Thüringens Ministerpräsident Vogel sprach vor den tausenden Menschen: "Erfurt trauert. Thüringen trauert. Deutschland trauert." Er erinnerte, die Angehörigen, Lehrer und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums nicht in ihrem Schmerz allein zu lassen. Vogel mahnte an, dass das gemeinsame Entsetzen "uns nicht lähmen darf". "Von dieser Stadt geht auch Hoffnung aus", sagte der Regierungschef.
Rau: Amoklauf hat fürchterlichen Schmerz gebracht

Bundespräsident Rau sprach in seiner Trauerrede von einer Stadt, in "der der Tod eine furchtbare Spur gezogen und einen fürchterlichen Schmerz gebracht hat". Er warnte vor vorschnellen Konsequenzen aus der Bluttat. "Wir sollten uns eingestehen, wir verstehen diese Tat nicht", sagte Rau. Er erinnerte an die Toten, an die zwölf Lehrer, die Sekretärin, an die zwei Schüler und den Polizisten. Es gehe, an erster Stelle "heute um die Trauer um die Opfer und das Mitgefühl für alle, die so plötzlich einen nahen Menschen verloren haben." Rau sagte, seine Gedanken gingen aber auch zur Familie des Täters, deren Trauer und Scham niemand ermessen könne. "Ich möchte ihnen sagen: Was immer ein Mensch getan hat: er bleibt ein Mensch."
Schülerin: In unserem Herzen ist eine Leere

Im Namen ihrer Mitschüler und Lehrer nahm Constanze Krieg, Abiturientin des Gutenberg-Gymnasiums, mit einer Rede Abschied von den Opfern. Sie sagte in einer bewegenden Ansprache: "In unserem Herzen ist eine Leere eingetreten." Sie erinnerte, dass es an der Schule vor dem Amoklauf eine "familiäre Atmosphäre gab", und das "soll auch wieder so werden". Tief bewegt zeigte sich auch Erfurts Oberbürgermeister Ruge. "Geben wir aufeinander Acht", sagte Ruge vor den Menschen, die dicht gedrängt auf dem Domplatz standen. Er sagte, man müsse nun darüber nachdenken, wo die Gesellschaft Fehler gemacht oder versagt habe. Um punkt zwölf Uhr läuteten die Glocken des Erfurter Doms, mit einer Schweigeminute im Land wurde der Toten gedacht.
An der Trauerfeier vor dem Erfurter Dom nahmen auch Bundeskanzler Schröder, die Ministerpräsidenten mehrerer Länder und Spitzenpolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien teil. Mehr als 5000 Schüler waren am Morgen aus verschiedenen Städten zur Trauerzeremonie angereist. In einem anschließenden ökumenischen Gottesdienst gaben die drei Thüringer Bischöfen Axel Noack, Christoph Kähler und Joachim Wanke den Toten die letzte Ehre. Bischof Kähler rief die Menschen auf, sich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nur so könnten "Wut und Enttäuschung, Zorn und Bitterkeit" überwunden werden. Die Bischöfe Noack und Wanke sprachen Gebete und Segensworte. Am Nachmittag sollten die meisten Opfer auf dem Erfurter Hauptfriedhof im engsten Familienkreis beigesetzt werden.
Trauer auch an anderen Orten

Zeitgleich zu der Erfurter Trauerzeremonie haben auch Lehrer und Schüler in anderen Orten der Opfer gedacht. In Berlin bekundeten Schulen ihrer Trauer mit den Toten. Rund 1000 Schüler und Lehrer überreichten in Berlin der thüringischen Landesvertretung ein Kondolenzschreiben. In München hatten am Donnerstag Schüler und Lehrer eine Andacht für die Erfurter Opfer gehalten.

04.07.2002 | 23:08  
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