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Zehntausende Menschen
verharren schweigend auf dem Erfurter Domplatz und in den
Seitenstraßen.
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11.05 Uhr
Die Staatskapelle Weimar spielt die "Unvollendete" , den
2. Satz der h-Moll Sinfonie von Franz Schubert
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11.15
Uhr
Thüringens Ministerpräsident Vogel begrüßt die
Trauernden. Er fordert: "Lasst uns gemeinsam unsere Grundüberzeugung
neu formulieren. Wir wollen, dass die Unantastbarkeit der
Menschenwürde und die Achtung vor dem Leben des anderen unser
oberstes Prinzip ist. Lasst uns unser Entsetzen in Kraft, unser
Leiden in Erkennen und unseren Schmerz in Liebe verwandeln. Wir sind
voller Trauer, aber wir haben auch Hoffnung."
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11.30
Uhr
Bundespräsident Rau beginnt seine Trauerrede mit den
Namen der Opfer und mahnt dann: "Lassen wir einander nicht allein.
Wir müssen uns achten und aufeinander achten." Er fordert, die
Menschen müssten sich auch selbst gegen die Verrohung der
Gesellschaft wehren. Kinder und Schüler bräuchten eine lebendige
Fantasie, die sie zu selbstbestimmten und selbstbewussten Menschen
werden lasse. "Schulen brauchen mehr als den Anschluss an das
weltweite Netz, sagte Rau. Schüler benötigten lebendige und
erfahrbare Netze, die sie hielten - Netzwerke aus Mitmenschlichkeit
und Interesse an anderen."
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11.47
Uhr
Schülerin Constanze Krieg dankt in ihrer Rede
besonders den Lehrern, die voller Mut Ruhe bewahrten und Schüler
retteten. Sie lobt das Klima an der Schule: "Unsere Lehrer waren
mehr als nur Pädagogen auch Vertraute und Freunde." Sie dankt den
Helfern, den Polizisten, technischen Hilfskräften, Ärzten,
Psychologen und speziell der Schulleiterin. Ihre Rede endet mit
einem bewegenden Gedicht von Ulrich Schaffer.
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11.51 Uhr
Oberbürgermeister Manfred Ruge bittet die Trauernden
sichtlich erschüttert: "Bewahren wir uns den Geist dieser Woche.
Setzen wir die Tradition des Gutenberg-Gymnasiums fort. Wir müssen
aber auch fragen: Wo hat die Gesellschaft versagt, wie gehen wir mit
den Schwachen und Schwierigen unter uns um?"
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12.00
Uhr
Oberbürgermeister Ruge ruft zu einer Schweigeminute
auf. Glockenläuten setzt in ganz Erfurt ein.
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12.01 Uhr
Oberbürgermeister Ruge beendet die Schweigeminute mit
den Worten: "Ich danke Ihnen."
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12.02 Uhr
Landtagspräsidentin Christine Lieberknecht erinnert an
das "älteste Gesetz der Menschheit": "Du sollst nicht töten!" Sie
bittet eindringlich um Konsequenzen: "Wenn sich etwas ändern soll,
dann fangt nicht wieder bei Splitter im Auge des anderen an, sondern
prüfet zunächst ein jeder sich selbst." "Freiheit ist nicht
grenzenlos. Wir alle tragen Verantwortung für das Gesicht unserer
Gesellschaft."
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12.15
Uhr
Einzug auf die Domtreppen, Beginn des ökumenischen
Gottesdienstes
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| 24.06.2002 | 18:21 |
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Hier finden Sie eine Bilanz von Regierung und
Opposition.
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