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"Hört das denn nie auf?!"
? anonyme Eintragung im Gästebuch Gymnasiums Franziskaneum in Meißen
am Freitag.
"Mit diesem 'Schwarzen Freitag' in der
Geschichte der Pädagogik hat sich eine neue Dimension für den Beruf
aufgetan", sagte Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbandes
Bildung und Erziehung.
"Unsere Kolleginnen und Kollegen
stellen erschreckende Verhaltensauffälligkeiten von Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Öffentlichkeit fest.
Verbaler und körperliche Gewalt wird kaum noch Einhalt geboten,
selbst wenn Erwachsene in der Nähe sind", so der Vorsitzende der
Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg.
"Der Amoklauf im
Gutenberg-Gymnasium war nur der tödliche Höhepunkt dessen, was sich
tagtäglich tausendfach auf deutschen Pausenhöfen an verbaler Gewalt
zwischen Pädagogen und Schülern abspielt. Schulromantik gibt es nur
noch mit Heinz Rühmann in der Feuerzangenbowle", kommentiert die
"Leipziger Volkszeitung".
"Ich danke meiner Chemielehrerin,
dass sie mir das Leben gerettet hat", sagte eine Schülerin des
Gutenberg-Gymnasiums auf dem Erfurter Domplatz. "Kein Mensch ist
mehr wert, nur weil er Abitur hat", fand eine weitere Schülerin.
"Es ist verantwortungslos, wie uns unser Kultusminister im
Stich lässt", klagte eine Lehrerin in Erfurt.
"Ich sehe
keine Notwendigkeit, dass die Mitglieder die Waffen mit nach Hause
nehmen", sagte zum Thema Schützenvereine der Elternvertreter des
Erfurter Gutenberg-Gymnasiums, Harald Dörig, Richter am
Bundesverwaltungsgericht.
"Ob mal einer durchknallt, weiß
keiner", räumte der Chef des Verbands Hannoverscher Schützen, Ekbert
Matthias, in einem Interview ein. "Wir prüfen, ob die Tat geplant
war" - Erfurts Polizeichef Rainer Grube.
"Wir sind fast
nicht durchgekommen, so viele Reporter waren vor der Schule",
berichtete Katastrophenschutzhelfer Johannes Feutlinske.
"Ich habe das Gefühl, dass eine Gesellschaft krank ist, die
Gewalt zum wichtigsten Gegenstand ihrer allabendlichen
Fernsehunterhaltung gemacht hat", sagte Bundestagspräsident Wolfgang
Thierse.
"Das ist nicht die Zeit für parteipolitische
Auseinandersetzungen", mahnte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).
"Es ist eine höhere Intoleranz notwendig gegen
Gewaltverherrlichung und die Akzeptanz von Gewalt in unserer
Gesellschaft", gab der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber
(CSU), zu bedenken.
(Erstellt am 29. April) |
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| 05.07.2002 | 01:36 |
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