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Pressestimmen zum Amoklauf in Erfurt
Die Berliner "Welt" schreibt:

"Es ist noch nicht lange her, da wurden wir durch tödliche Schuldramen wie gestern in Erfurt allenfalls aus dem fernen Amerika geschockt. Doch die Schule als sicherer Hort unserer Kinder ist auch in Deutschland längst nur noch Legende. Kleinkriminalität an Großstadtschulen gehört schon fast zum Alltag, im Februar wurde in Bayern ein Schuldirektor erschossen, im November 1999 in Meißen eine Lehrerin erstochen. Natürlich gibt es keine einfachen Erklärungen. Aber dass Bilder über vergleichbare Dramen in den USA und endlos brutale Szenen in Filmen und auf Videos auf labile Charaktere abfärben, ist schwerlich zu leugnen. Ebenso wenig, dass unsere Gesellschaft mit Gewalt und den Tätern, die sie ausüben, noch immer viel zu nachsichtig umgeht. Der Widerstand gegen Gewalt muss entschlossener und früher beginnen."
Die Cottbuser "Lausitzer Rundschau" schreibt:

"Dass gerade junge Menschen, zuerst in den USA und jetzt auch bei uns zu solchen Bluttaten in der Lage sind, ist ein bislang unbekanntes Phänomen. Jugendliche, die aufwachsen in einer Medienwelt, die sie ständig und schamlos mit Gewalt konfrontiert, werden mit Bildern alleingelassen, die jeden Respekt vor menschlichem Leben vermissen lassen. Wie sie überhaupt so oft allein gelassen werden in einer Welt, in der mehr als je zuvor Hilfen zum Überleben notwendig sind. Denn der Respekt vor dem Leben anderer wächst aus der Mithilfe, dem Mitgefühl der anderen. In Erfurt werden sich all die, die den Mörder kannten, mit der grausamen Frage konfrontiert sehen, ob sie nicht etwas hätten tun können, um diese Tat zu verhindern. Ob es nicht einem Moment gab, in dem dieser junge Mann noch herausgeholt hätte werden können aus seinen Wahnvorstellungen vom blutigen Abschied von unserer Welt."
Die Dresdner "Sächsische Zeitung" schreibt:

"Die erschütternden Szenen vor der Erfurter Schule gemahnen vor allem zur Einkehr, zum Nachdenken über diese Gesellschaft. Zur Frage an uns Erwachsene: Nehmen wir uns die Zeit, haben wir den Mut, mit den Kindern über Gewalt, über dumme Computerspiele zu reden? Ein Amokläufer muss Gegenstand der Psychoanalyse sein, der Hergang des Blutbades Gegenstand sicherheitstaktischer Erörterung. Unsere Kinder aber, auch die im reifen Jugendalter, brauchen nicht allein in den Augenblicken ihres Entsetzens vor allem Wärme und Zuwendung. Wie oft betteln sie stumm oder schreien sie laut danach. Und wie oft bleiben sie im lärmenden Getriebe unerhört."
Die "Stuttgarter Nachrichten" schreiben:

"Aber wie verhindern wir, dass diese billigen Motive von anderen frustrierten Schülern übernommen werden? Pförtner am Schultor, die über einen Notschalter die Polizei rufen, Sicherheitsschleusen im Schulhof wie in den USA - soll Schule in Deutschland so aussehen? Nein. Pädagogen und Mitschüler müssen mutiger werden gegenüber aggressiven Schülern. Es hilft nicht, zu hoffen, dass ein Kind seine Drohung nicht wahr macht. Es muss ihm aus seiner Fantasie und aus seinem Hass geholfen werden. Gewaltbereite Schüler müssen dem Kollegium, Jugendamt und notfalls der Polizei gemeldet werden. Besser einmal zu früh eingreifen als ein zweites Mal zu spät."
Die "Frankfurter Allgemeine" schreibt:

"Jeder Fall ist anders - und die Katastrophe in Erfurt ist es in besonderem Maß. Was immer sie hervorgerufen hat - es war ein persönliches Drama, das sich nicht in wenigen Tagen aufgebaut, sondern lange angestaut hat. Hat man dem Täter wirklich nichts ansehen können, hat er keinerlei Anzeichen erkennen lassen von dem, was er möglicherweise von langer Hand plante? Da er schon auffällig geworden war, hat man ihn der Schule verwiesen. Mit der Gefahr, dass er Rache nehmen würde, konnte man nicht rechnen. Die Toten sind eine Mahnung, labile Jugendliche nicht sich selbst zu überlassen."
Die Potsdamer "Märkische Allgemeine" schreibt:

"Zu einem Zeitpunkt, an dem weder Hergang noch Hintergrund auch nur ansatzweise rekonstruiert werden konnten, weiß ein Psychologe schon, dass der Amoklauf in Erfurt als 'erweiterter Selbstmord' zu interpretieren sei. Innenminister Otto Schilys Warnung, vorsichtig mit Zuordnungen zu sein, hebt sich von derlei Erkenntnissen wohltuend ab. Dass ausgerechnet gestern im Bundestag ein neues Waffenrecht beschlossen wurde, ist ein zufälliges Zusammentreffen. Weder das alte noch das neue Waffenrecht verhindern solche Taten. Es gibt da keinen inneren Zusammenhang. Es wäre zudem verfehlt, jetzt überall Videoüberwachung und elektronische Detektoren einzufordern. Die Schulen sollen in der Tat nicht in 'Festungen' verwandelt werden. Wenn Kinder und Jugendliche mit Waffen hantieren, muss das - lange vor den Lehrern - den Eltern auffallen."
24.06.2002 | 20:13  
 
http://www.wahl.tagesschau.de/

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