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Die Familie des
Todesschützen von Erfurt hat in einem offenen Brief ihre Trauer,
Verzweiflung und Hilflosigkeit über die Bluttat ausgedrückt. "Uns
tut es unendlich Leid, dass unser Sohn und Bruder so ein
entsetzliches Leid über die Opfer und ihre Angehörigen gebracht
hat", schreiben die Eltern und der Bruder von Robert Steinhäuser,
der am vergangenen Freitag im Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und
sich selbst erschossen hat. Der Brief erschien in der "Thüringer
Allgemeinen" und der "Thüringischen Landeszeitung". "Seit dieser
schrecklichen Tat fragen wir uns immer wieder und immer wieder,
woher der Hass und die Verzweiflung von Robert kamen und warum wir
nichts davon erfahren haben. Wir waren eine ganz normale Familie und
haben Robert anders gekannt", schreibt die Familie
weiter.
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Kanzler will Runden
Tisch der Fernsehverantwortlichen
Bundeskanzler Schröder
will einen Runden Tisch zur Gewaltdarstellung in Fernsehen und
Internet ins Leben rufen. Neben Politikern sollen Fernsehsender,
Landesmedienanstalten und Internet-Anbieter vertreten sein. Das
wurde auf einem Treffen mit den Chefs öffentlichen-rechtlicher und
privater Fernsehsender über Konsequenzen aus dem Amoklauf von Erfurt
vereinbart. Ziel sei es, Vorschläge für einen verbesserten
Jugendschutz zu erarbeiten. Zudem wollen die TV-Sender
Aufklärungs-Spots senden, in denen Gewalt als Konfliktlösungsmittel
geächtet wird. ZDF-Intendant Schächter sagte, es sei möglich, dass
der Runde Tisch eine Art Ehrenkodex zur Darstellung von Gewalt
vereinbart.
Die Fernsehvertreter verwahrten sich allerdings
dagegen, den Medien zuzuschieben. Der ARD-Vorsitzende und
WDR-Intendant Pleitgen erklärte, die öffentlich-rechtlichen Sender
hätten zwar ein funktionierendes Kontrollsystem, dennoch hätten nach
Erfurt die Alarmglocken geschrillt. Gewalt sei Teil der Realität und
damit darzustellen: "Die Medien haben sich damit auseinander zu
setzen, real und fiktional", sagte Pleitgen. RTL-Geschäftsführer
Zeiler warnte davor, die Medien zum "Sündenbock" zu
machen.
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Kostenlos zur
Trauerfeier
Thüringer Schulklassen können am Freitag
kostenlos mit der Bahn zur offiziellen Trauerfeier für die Opfer des
Amoklaufes fahren. Die Deutsche Bahn in Erfurt bittet jedoch um
vorherige Anmeldung, um bei Bedarf zusätzliche Züge einsetzen zu
können. Anmeldungen mit der Zahl der Schüler und der gewünschten
Verbindung können unter folgende Rufnummern angemeldet
werden:
Fax: 0361 - 300 39 64
Telefon: 0361 - 300 18
88, 300 31 35 und 300 31 36
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| 04.07.2002 | 22:21 |
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