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Der Amokläufer von Erfurt
hat seine Tatwaffen legal erworben. Nach Angaben von
Ministerpräsident Vogel war der 19-Jährige Mitglied im
Polizeisportverein und einem Erfurter Schützenverein. Für seine
Waffen, eine Pump-Gun und eine Pistole, habe er ordnungsgemäße
Besitzkarten gehabt. Innen-Staatssekretär Scherer betonte
allerdings, dass der Polizeisportverein organisatorisch nichts mit
der Polizei zu tun habe. Gleichzeitig gab Scherer bekannt, dass die
Opfer ausschließlich mit der Pistole erschossen wurden.
Bei
der Durchsuchung des Gymnasiums fand die Polizei weitere 500 Schuss
scharfe Munition. Auch in der Wohnung der Mutter wurden die Beamten
fündig und stellten über 100 Schuss Munition sicher. Es wird
vermutet, dass der Täter noch mehr Menschen töten wollte. Inzwischen
scheint so gut wie sicher zu sein, dass an der Tat kein zweiter
Schütze beteiligt war. Letzte Gewissheit soll jedoch die Obduktion
der Opfer bringen. |
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Zentrale Trauerfeier am
Freitag
Auf einer Pressekonferenz am Sonnabend kündigte
Ministerpräsident Vogel für den 3. Mai eine zentrale Trauerfeier für
die Opfer an. Daran wird auch Bundespräsident Rau teilnehmen. Bis zu
diesem Zeitpunkt bat Vogel darum, alle Veranstaltungen mit
Vergnügungscharakter ausfallen zu lassen.
Vogel wandte sich
entschieden dagegen, als Konsequenz aus der Tragödie künftig Schulen
zu Festungen zu machen. Den Amokläufer bezeichnete der
Ministerpräsident als unauffälligen jungen Mann, der bislang noch
nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sei. |
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Blutbad während des
Mathe-Abiturs
Der Täter hatte gestern am späten Vormittag
im Gutenberg-Gymnasium 40 Schüsse in dem Gymnasium abgefeuert und
sich regelrecht durch das Haus geschossen. Der Hass des 19-Jährigen,
der vor wenigen Wochen von der Schule verwiesen wurde, richtete sich
vor allem gegen Lehrer. Dem Amoklauf des Schützen fielen 16 Menschen
zum Opfer, dann erschoss sich der junge Mann selbst. Die Polizei
hatte am Sonnabendmorgen die Zahl der Opfer korrigiert.
Den
neuen Angaben zufolge starben außer dem Täter, einem Polizisten und
zwei Schülern 13 Lehrer. Auch die Angaben bei den toten Schülern
wurden berichtigt: Bei den Opfern handelt es sich nicht um zwei
Mädchen, sondern um eine 14-Jährige Schülerin und einen 15-Jährigen
Jungen. Eine versehentlich für tot gehaltene Lehrerin konnte
Innenstaatssekretär Scherer zufolge gerettet werden. Derzeit liegen
noch zehn Verletzte im Krankenhaus. |
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Lehrer beendete
Amoklauf
Ein Lehrer hat während der Tragödie noch
Schlimmeres verhindert. Die Polizei bestätigte einen Bericht des
"Focus", wonach sich der Pädagoge dem Täter in den Weg stellte und
den Amoklauf stoppen konnte. Dem Bericht zufolge ging der
Geschichtslehrer auf den 19-Jährigen zu, zog ihm die Maske mit den
Sehschlitzen herunter und sagte ihm: "Robert, es hat keinen Sinn
mehr - aber erschieß mich doch." Der enttarnte Amokläufer habe
geantwortet: "Ich habe keine Lust mehr." Daraufhin habe der Lehrer
den Amokschützen in ein Zimmer geschubst und abgeschlossen. In
diesem Raum erschoss sich der ehemalige Schüler später.
Das
Gutenberg-Gymnasium hat durch den Amoklauf fast ein Viertel der
Lehrer verloren. Oberbürgermeister Ruge sagte am Sonnabend bei einem
Besuch vor der Schule, er wisse nicht, wie es dort weitergehen
solle. Wann und wie am Gutenberg-Gymnasium der Unterricht wieder
aufgenommen wird, ist noch völlig ungewiss. Kultusminister Krapp
kündigte an, flexibel reagieren zu wollen. Man strebe dabei
individuelle Lösungen an. |
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| 05.07.2002 | 15:16 |
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