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Polizeieinsatz bei Erfurter Amoklauf

2.Juli: Innenministerium weist Vorwürfe zurück

Der Einsatz beim Erfurter Amoklauf vom 26. April war von Fehlern begleitet. Nach Ansicht von Angehörigen der Opfer und Ärzte haben die Einsatzkräfte nicht schnell genug zugegriffen und die Notärzte nicht rechtzeitig zu den Verletzten vorgelassen.

Das Thüringer Innenministerium hat erneut Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium zurückgewiesen. Vorwürfe, die Polizei sei zu langsam vorgegangen, seien falsch, teilte das Ministerium mit. Der Einsatz sei "korrekt" verlaufen. Damit reagierte das Ministerium auf einen Bericht des Magazins "Stern", wonach es bei dem Einsatz am 26. April Fehler und Pannen gab. An jenem Tag hatte der 19-jährige Ex-Schüler Robert Steinhäuser 16 Menschen in dem Gymnasium erschossen und sich anschließend selbst getötet.
"Vorwürfe entbehren jeder Grundlage."
Innenminister Köckert
(Thüringer Innenministerium)
Beamte sollen Auftrag ohne Verzögerung umgesetzt haben

Der Vorwurf, die Polizei habe sich für eine falsche Vorgehensweise entschieden, "entbehrt jeder Grundlage", betonte das Ministerium. Insbesondere sei die Behauptung falsch, die Einsatzleitung habe sich für ein falsches Vorgehen entschieden. Die Einsatzkräfte hätten den Auftrag gehabt, "die akute Lebensgefahr für die im Haus befindlichen Personen abzuwehren, Voraussetzungen zur schnellstmöglichen Bergung und Hilfe von Verletzten zu schaffen sowie die im Gebäude befindlichen Personen zu evakuieren". Diesen Auftrag hätten die Beamten der Sondereinsatzkräfte "ohne Verzögerung" umgesetzt.

Auch die Darstellung, das Rettungsteam sei an einem unverzüglichen Einsatz gehindert worden, sei unzutreffend. Unter Berufung auf den schriftlichen Obduktionsbericht unterstrich das Innenministerium, dass alle Opfer auch bei einer sofortigen medizinischen Notversorgung keine Überlebenschance gehabt hätten.
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"Stern": Schwere Vorwürfe gegen Polizei nach Amoklauf

Das Nachrichtenmagazin "Stern" hatte berichtet, der Einsatz sei von Fehlern und Pannen begleitet worden. Angehörige der Opfer, Ärzte und Polizeibeamte würden schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Einsatzes erheben. Dem Bericht zufolge hat die Polizei nicht schnell genug zugegriffen und hinderte die Rettungsteams daran, rechtzeitig zu den Verletzten zu kommen.
Lehrer sollen nach den Schüssen noch gelebt haben

Das Magazin berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass nicht alle Opfer sofort tot gewesen seien. So sollen Schüler den schwer verletzten Mathematik- und Physiklehrer Peter Wolff noch eine Stunde lang atmen gehört haben, nachdem er von dem Amokläufer mit drei Schüssen niedergestreckt worden war. Auch der Biologie- und Chemielehrer Hans Lippe hätte noch gelebt, als ihn die Retter eineinhalb Stunden nach der Tat auffanden. Rettungsassistent Udo Fulge wird im Bericht zitiert: "Sein Herz schlug noch ganz normal." Wenige Minuten später sei er gestorben. Ebenso hätten zwei Schüler der Klasse 8c die Schüsse zunächst überlebt. Mitschüler versorgten demnach ihre Wunden notdürftig mit Kleidungsstücken. Als knapp zweieinhalb Stunden nach den ersten Schüssen, ein Arzt zu ihnen kam, seien sie tot gewesen. Der Arzt wird zitiert: "Die Schüler waren noch keine halbe Stunde tot".
Kritik aus eigenen SEK-Reihen

Selbst bei den beteiligten SEK-Polizisten stieß diese Taktik auf heftige Kritik. Ein SEK-Beamter sagte dem Magazin: "Der Einsatzleiter hat definitiv gegen die Lage entschieden. Wenn ich weiß, dass es verletzte Kinder gibt, muss doch die Eigensicherung zurücktreten". Die schwer ausgerüsteten SEK-Beamten seien darauf trainiert, notfalls auch als "Kugelfänger" herzuhalten. "Der ganze Einsatz war die größte Scheiße."
05.07.2002 | 15:02  
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