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PDS-Fraktionschef Ramelow
hat der Landesregierung einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz
vorgeworfen. Die Landesregierung hatte im Internet detailliert die
Schullaufbahn des Gutenberg-Attentäters veröffentlicht. Darin ist
auch davon die Rede, dass dessen Eltern trotz schlechter Noten auf
den Besuch des Gymnasiums großen Wert gelegt hätten. Wie das
Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, hatten kurz zuvor
ausgewählte Parlamentarier diese Informationen bekommen - allerdings
versehen mit dem Stempel "VS - nur für den Dienstgebrauch
bestimmt".
SPD-Innenexperte Pohl sagte MDR 1 RADIO THÜRINGEN,
die Veröffentlichung dieser vertraulichen Daten sei ihm völlig
unverständlich. Der Sprecher des Kultus-Ministeriums, Müller, sagte,
die Veröffentlichung sei auf Grund der vielen Anfragen in Absprache
mit der Staatskanzlei erfolgt. Die Thüringer Datenschutz-Beauftragte
Liebaug kündigte eine Prüfung an. |
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"Die
Schullaufbahn von Robert Steinhäuser"
In dem Web-Dokument
mit dem Titel "Die Schullaufbahn von Robert Steinhäuser" finden sich
Notizen wie "Hinweis darauf, dass sich Robert besser konzentrieren
muss" zum Abschluss der sechsten und zum Abschluss der siebten
Klasse: "In einer Reihe von Fächern können nur ausreichende
Leistungen bescheinigt werden". Nach dem Besuch der neunten Klasse
heißt es: "Es wird deutlich und auch aktenkundig gemacht, dass er
ein sehr schwacher Schüler ist, aber seine Eltern auf den Besuch des
Gymnasiums großen Wert legen." Gegen Ende der elften Klasse werden
indirekt den Eltern Vorhaltungen gemacht: "Nachweis einer über
sechsjährigen Minderleistung ohne Konsequenzen der Eltern. Eine
Kurswiederholung ist keine Garantie für einen Schulabschluss - die
Voraussetzungen sind zu schwach, aber eine Möglichkeit für neue
Chancen." |
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Sozialministerium:
langfristige psychologische Betreuung der Opfer nötig
Steinhäuser hatte am Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und
anschließend sich selbst erschossen. Fünf Wochen nach dem Massaker
geht das Thüringer Sozialministeriums davon aus, dass Schüler,
Lehrer sowie Angehörige der Mordopfer mindestens ein Jahr
psychologisch betreut werden müssen. Ein entsprechendes Konzept
stehe bereits. Experten sind der Meinung, dass etwa ein Drittel der
Betroffenen an einem Trauma leiden. Laut Sozialministerium werden
die Schulklassen des Gymnasiums vorerst ein Jahr lang weiter
psychologisch betreut. Je nach Bedarf werde Einzel- und
Gruppenbetreuung angeboten. Dafür würden rund 40 Psychotherapeuten
benötigt. Insgesamt sind knapp 150 Psychologen in Thüringen
niedergelassen. |
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| 05.07.2002 | 02:36 |
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Hier finden Sie eine Bilanz von Regierung und
Opposition.
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