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Thüringens
Kultusminister Krapp Bild: ddp |
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 | Thüringens
Kultusminister Krapp hat Kritik an der Medienberichterstattung über
den Erfurter Amoklauf geübt. "Zu verengt" hätten diese unmittelbar
im Anschluss an die Tat nach Ursachen gesucht, sagte Krapp auf einer
Podiumsdiskussion in Leipzig. Dabei verwies er auf die Medien, die
zwischen dem Verbrechen und dem thüringischen Schulsystem einen
Zusammenhang herstellen wollten. Zur aktuellen Debatte über die
Verbotsverschärfung von gewaltverherrlichenden Filmen und
Computerspielen, sagte Krapp im Gespräch mit MDR ONLINE: "Die
Wirkung von Verboten ist sehr schwach." Er befürworte aber
Sanktionen gegen Produzenten und "Dealer" von Waren, die der Jugend
schaden. "Die Jugendschutzgesetze müssen nicht unbedingt verschärft
werden, sondern sie müssen angepasst werden." Der Minister plädierte
außerdem für den Ausbau der Medienpädagogik an Schulen. Das Fach
sollte in die existierenden Unterrichtsfächer integriert
werden.
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Konfliktlösung statt
Gewalt gefragt
Auf dem Leipziger Hauptbahnhof trafen sich
am Mittwoch Vertreter aus Medien, Politik und Wissenschaft zu einer
öffentlichen Podiumsdiskussion unter dem Titel "Alptraum Gewalt ?
Die Verantwortung der Mediengesellschaft". Aufhänger der
Veranstaltung war der Erfurter Amoklauf und die in die Kritik
geratene Medienberichterstattung. Die Medienwissenschaftlerin Prof.
Johanna Haberer diagnostizierte als Hauptursache für das
journalistische Fehlverhalten die Kommerzialisierung der
Medien.
Ferner stellten sich die Podiumsgäste der Frage, ob
Medien zuviel Gewalt vermitteln und welche Folgen
Gewaltdarstellungen auf die Zuschauer hätten. Norbert Sauer von der
UFA Film vermochte keine Sendung im deutschen Fernsehen auszumachen,
die unter dem Gewaltaspekt in "irgendeiner Weise unzumutbar" wäre.
Seiner Meinung nach könne Mediengewalt auch abschreckend wirken. Dem
hielt Haberer entgegen, dass der extensive Konsum von medialer
Gewalt zur Kultivierung von Gewalt führe. Beinahe einmütig begrüßte
das Podium Verbote gewaltverherrlichender Videos und von
Computerspielen. Zweifel äußerte Haberer: "Wer einen Mord verüben
will, findet immer ein Drehbuch."
Bis zum Schluss verlief die
Podiumsdiskussion ohne nennenswerte Kontroversen. Entsprechend
resümierte Werner Dieste, Direktor des MDR LANDESFUNKHAUS THÜRINGEN,
kurz vor Ende der Veranstaltung, man sei sich einig, dass in den
Medien statt Gewalt viel mehr alternative Möglichkeiten der
Konfliktlösung gezeigt werde müssten. |
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| 05.07.2002 | 15:09 |
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