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Erfurts Oberbürgermeister
Ruge (CDU) hat das Ordnungsamt der Stadt wegen der umstrittenen
Waffenkäufe des Amokläufers Steinhäuser verteidigt. "Das Ordnungsamt
war nicht zwingend verpflichtet zur Kontrolle", sagte Ruge. Der
Käufer habe die Pflicht, den Waffenerwerb beim Ordnungsamt zu
melden.
Der 19-jährige Steinhäuser hatte im Erfurter
Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und sich selbst erschossen.
Daraufhin war das Ordnungsamt kritisiert worden, weil es die
Waffenkäufe des Jugendlichen angeblich nicht ausreichend
kontrollierte. Steinhäuser hatte die Tatwaffe von Privat erworben.
Der Verkäufer hatte dem Ordnungsamt den Namen des Käufers und die
Daten der Waffe mitgeteilt. Steinhäuser hingegen meldete den Kauf
nicht. Die Ordnungswidrigkeit wurde nicht bemerkt, weil die Daten
nicht abgeglichen wurden. Das Amt habe aber nicht besser oder
schlechter reagiert als Ämter anderer Städte auch, sagte
Ruge.
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Abgeordneter fordert
Waffen-Steuer
Der Erfurter SPD-Bundestagsabgeordnete
Schneider hat sich nach dem Massaker im Gutenberg-Gymnasium für eine
Waffenabgabe ausgesprochen. Kampfhunde würden in Deutschland
besteuert, weil sie als potenzielle Waffe angesehen würden, sagte
Schneider der "Thüringer Allgemeinen". Für Pistolen oder Gewehre
gelte das aber nicht. Die Höhe solle so bemessen sein, dass die
Abgabe den Ordnungsbehörden ein besseres Kontrollsystem erlaube.
Sportschützen, Jäger und Traditionsvereine dürften dabei aber nicht
diskriminiert werden. |
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| 04.07.2002 | 23:01 |
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