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| Das Land Thüringen will
nach dem Massaker am Gutenberg-Gymnasium das Schulgesetz ändern.
Künftig sollen Gymnasiasten in der zehnten Klasse eine Prüfung
ablegen, die mit dem Realschulabschluss vergleichbar ist.
Kultusminister Krapp sagte gestern Abend auf einer Podiumsdiskussion
im Erfurter Augustinerkloster, die Prüfung solle außerdem
Voraussetzung für den Zugang zur Oberstufe sein. Damit solle
verhindert werden, dass weiterhin Abiturienten nach nicht
bestandener Prüfung mit völlig leeren Händen dastehen. Weiterer
zentraler Punkt des neuen Schulgesetzes wird sie Stärkung der
Regelschulen sein. |
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Protest gegen
Schulsystem in Erfurt
Für Dienstag haben Schülersprecher
aus mehreren Erfurter Schulen zu einer Demonstration gegen das
bestehende Schulrecht aufgerufen. Sie luden mit der Begründung zu
dem Protest, dass ein möglicher Grund für die Bluttat am 26. April
auch im Schulsystem zu suchen sei. Thüringen ist das einzige
Bundesland, in dem Schüler der zwölften Klasse, die nicht zum Abitur
zugelassen werden oder durch die Prüfung fallen, die Schule ohne
Abschluss verlassen müssen. |
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Bundestagsabgeordnete
kritisiert Lehrerentlassungen
Zudem plant Minister Krapp
mehrere "Kompetenztests" in allen Schulen. So könne er sich zum
Beispiel vorstellen, in der dritten Klasse die Lesekompetenz der
Schüler zu überprüfen; weitere Tests könnten in den Klassen sechs
und neun oder zehn. Der Minister kümmert sich momentan auch darum,
wie die Abiturienten des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums zu einem
vollwertigen Abitur kommen können, das in allen Bundesländern
anerkannt wird. Das brauche jedoch seine Zeit "wegen der
Bürokratie", so Krapp. Heftige Kritik erntete der Minister von der
Grünen-Bundestagsabgeordneten Göring-Eckhardt: Sie prangerte unter
anderem die zahlreichen Lehrerentlassungen im Freistaat an. Das habe
zur Folge, dass sich immer weniger Lehrer um immer mehr Schüler
kümmern müssten. Eine kleinteilige Diskussion, in der es nur um Geld
gehe, so die Politikerin. Außerdem forderte sie, zu überprüfen, ob
es richtig sein, Schüler schon ab der fünften Klasse vor die Wahl zu
stellen, welche weiterführende Schule besucht werden soll.
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| 05.07.2002 | 02:10 |
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