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Hier
können Sie das Protokoll des Chats auf mdr.de zum Thema "Gewalt in
der Schule" nachlesen. Dabei haben der Vorsitzende des
Lehrerverbandes in Thüringen, Rolf Busch, die Psychologin Karina
Weichold von der Uni Jena sowie der stellvertretende Sprecher der
Thüringer Landesschülervertretung, Stefan Gruhner, die Fragen der
mdr.de-Leser beantwortet.
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Moderator Guten Abend
und herzlich willkommen! Unser heutiges Chat-Thema "Gewalt an
Schulen - Ausmaß und Ursachen". Wir begrüßen drei Gäste: Karina
Weichold, Psychologin an der Uni Jena. Stefan Gruhner,
stellvertretender Sprecher der Landesschülervertretung Thüringen.
Rolf Busch, Vorsitzender des Thüringer
Lehrerverbandes.
anako,16 guten
tag
Schulabgänger Ich habe hier
im Forum beim MDR viele Bemerkungen zum Thüringer Schulsystem
gelesen ? vor allem zum Abgang ohne Abschluss. Muss man hier nicht
tatsächlich umdenken? (Mir geht es hier gar nicht um den Fall Robert
S. allein. Hier habe ich nur erstmals etwas von diesem Problem der
Abbrecher erfahren.)
StefanGruhner Ich weiß, dass ist ein großes
Problem. Aber gerade als Gymnasialschüler muss man bedenken, dass
gerade Realschüler ihren Abschluss damit abgewertet
sehen!
Schulabgänger Ich
habe hier im Forum beim MDR viele Bemerkungen zum Thüringer
Schulsystem gelesen ? vor allem zum Abgang ohne Abschluss. Muss man
hier nicht tatsächlich umdenken? (Mir geht es hier gar nicht um den
Fall Robert S. allein. Hier habe ich nur erstmals etwas von diesem
Problem der Abbrecher erfahren.)
RolfBusch,TLV Sicher wird man darüber
nachdenken müssen. Nur im Moment sieht es tatsächlich nach
indirekter Schuldzuweisung
aus.
OvG-Schüler19 Guten Abend
Schimpanski Die GEW-Vorsitzende Stange sagte
in einem Interview mit der ?Thüringer Allgemeinen?: ?Autorität
existiert einfach nicht mehr in der Gesellschaft, weder gegenüber
dem Elternhaus noch gegenüber Politikern oder gegenüber Lehrern. Was
wir brauchen, ist eine gegenseitige Achtung der Persönlichkeit des
anderen.? Teilen Sie die Einschätzung zur Autorität? Brauchen wir
mehr Autorität?
RolfBusch,TLV Wir brauchen sicher mehr
Autorität, wenn man darunter gegenseitige Achtung versteht und nicht
autoritäres Auftreten.
Schimpanski Die GEW-Vorsitzende Stange sagte
in einem Interview mit der ?Thüringer Allgemeinen?: ?Autorität
existiert einfach nicht mehr in der Gesellschaft, weder gegenüber
dem Elternhaus noch gegenüber Politikern oder gegenüber Lehrern. Was
wir brauchen, ist eine gegenseitige Achtung der Persönlichkeit des
anderen.? Teilen Sie die Einschätzung zur Autorität? Brauchen wir
mehr Autorität?
StefanGruhner Ic halte fehlenden Respekt vor
Lehren durchaus für ein Problem. Allerdings bin ich der Meinung,
dass sich Lehrer verstärkt auch auf Schüler einstellen müssen. Mit
Ihnen reden müssen, um vorzeitig Probleme zu
erkennen.
Torsten Guten Abend
Hammelsprung Sicher hat niemand mit einem so
schlimmen Ereignis gerechnet. Aber ist Gewalt an Schulen nicht
inzwischen alltäglich?
RolfBusch,TLV Richtig! Gewalt an Schulen hat
zugenommen. Dies gilt aber auch für unsere gesamte
Gesellschaft.
Neo.busch Guten
Abend.
camille Guten Abend
anako,16 ich habe eine frage....wie wird von
den schülern das abitur gemacht? werden die wenigen bisher
abgelegten prüfungen als vollwertiges abi
gewertet?
RolfBusch,TLV Es soll nach flexiblen
Lösungen gesucht werden. Ich denke, die Schüler dürfen keinesfalls
Nachteile haben, da Sie es schon schwer genug
haben
Hammelsprung Sicher hat niemand mit einem so
schlimmen Ereignis gerechnet. Aber ist Gewalt an Schulen nicht
inzwischen alltäglich?
StefanGruhner Da muss ich zustimmen. Gewalt
wie in Erfurt sicherlich nicht, aber die Hemmschwelle vieler Schüler
sinkt durch solche Voirfälle. Aber auch Drogen missbrauch halte ich
neben Gewalt für ein sehr großes
Problem
Thomas Kann es aber auch nicht an
einer veränderten Wahrnehmung
liegen?
Campos05 Guten
Abend
Campos05 Ich finde der Leistungsdruck in den
Schulen wird immer größer und das ist nicht unbedingt gut
so.
OvG-Schüler19 Leistungsdruck erwartet Menschen
immer im Leben.
Schimpanski Ist
Gewalt in der Schule nicht an sich alltäglich. Nur, heute stehen
eben auch Jugendlichen andere Möglichkeiten zur Verfügung, diese
Gewalt auf einem ganz anderen Niveau auszuüben?
RolfBusch,TLV Stimmt, die Hemmschwelle ist
deutlich gesunken und damit die Folgen. Damit kann man aber die
Wahnsinnstat leider auch nicht
erklären.
OvG-Schüler19 So sollen im Schnitt
durchs Fernsehen jährlich 7000 mehr Tote, 70.000 mehr
Vergewaltigungen und 700.000 mehr Verletzte festgestellt. Wie ist
das zu bewerten?
camille Hallo
camille Wie denken sie kann man die Gewalt
verhindern?
StefanGruhner Ich glaube Elternhaus und
Schule müssen mehr miteinander reden. Gewalt muss an Schulen
thematisiert werden und vor allem brauchen wir leinere Klassen,
damit Lehrer Problemfälle besser diagnostizieren
können.
nina Es wird
über Konsequenzen geredet, besonders im Hinblick auf die Medien.
Wann wird das Übel an der Wurzel gepackt? Für mich heißt das : Ruf
der Lehrer heben , Schuld bei sich selbst (Politiker) suchen und den
Eltern ihre Verantwortung bewusst machen ?
RolfBusch,TLV Dem kann ich nur zustimmen.
Allerdings müssen sich hier neben den Politikern alle angesprochen
fühlen.
Torsten das ist ds grundlegende
problem, stefan, aber ich glaube leider, dass sich nach erfurt auch
nix ändern wird
nina Es wird
über Konsequenzen geredet, besonders im Hinblick auf die Medien.
Wann wird das Übel an der Wurzel gepackt? Für mich heißt das : Ruf
der Lehrer heben , Schuld bei sich selbst (Politiker) suchen und den
Eltern ihre Verantwortung bewusst machen ?
StefanGruhner Über Konsequensen muss man
sicherlich reden, aber ich halte nichts von Schuldzuweisungen oder
Aktionismus, aber ich glaube Politiker sollten offen auch neu über
Schulpolitik nachdenken.
Campos05 Warum und
das frage ich mich, diskutieren wir jetzt darüber und nicht schon
viel früher. Muss erst so was passieren, damit wir
aufwachen?
OvG-Schüler19 Das ist in der Schule so,
im Studium und auch im Berufsleben. Man muss dich halt früh
entscheiden, welchen Weg man gehen
will.
Neo.busch Ich denke es liegt nicht am
Leistungsdruck sondern an der Algemeinen Beziehung Schüler Lehrer.
Ich denke wenn der Kontakt mehr wäre wären dich Probleme geringer
weil man dann mit dem Lehrer darüber reden könnte und die Ursachen
finden und die Probleme
beseitigen.
OvG-Schüler19 Ja, das Elternhaus spielt
meiner Ansicht nach auch eine tragende
Rolle.
OvG-Schüler19 Ja, aber Kurzschlußhandlungen
ist das Letzte was wir jetzt brauchen.
hans Wenn
das Fernsehen Filme über die Arbeit von Lehrern produzieren und dann
auch zeigen würde und nicht nur die Götter in Weiß in einer Reihe
von Serien zeigt, dann würden manche sicherlich ein anderes Bild von
dem schweren Beruf bekommen, ein Zeigen der Feuerzangenbowlw bzw.
die Filme mit dem Schüler Nietnagel und dem Direktor Theo Lingen
verhöhnt nur den Berufsstand
Torsten Die Gewalt ist
das grundlegende Problem in unserer Gesellschaft, sie wird nur dann
massiv verfolgt wenn es gegen staatliche Interessen
geht.
HAJO Die Gewalt ist aus meiner Sicht ein
gesellschaftliches Problem.Für mich ist es unverständlich, dass
Gewalttäter, siehe Berlin Kreiuzberg, nach Feststellung der
Personalien , wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Sicherlich kann
man diese Gewalt nicht mit der Tat von Erfurt
gleichsetzen
Hammelsprung Aber
was sind die Gründe dafür, dass Eltern und Schüler nicht mehr genug
miteinander reden?
StefanGruhner Ich glaube, dass ist ein
großes gesellschaftliches Problem, zunehmender Alltagsstress in
Schule und Beruf, aber auch wenig Zeit der Lehrer wegen zu starker
Belastung und zu großen Klassen, also einer zu großen
Schülerzahl.
Creep Ich denke das alles
beginnt schon im Kindergarten. Das Sozialwesen in der BRD ist total
schlecht. Kindergärten sind total überfüllt, bzw. wird von den
Sozialkräften dort viel zu viel verlangt.
paul Guten Abend, meine erste Frage an Herrn
Busch: Gibt es für Sie einen Zusammenhang zwischen der wachsenden
Gewalt an den Schulen und der Verunsicherung der Lehrer durch die
Veränderungen des Lehrers in der Gesellschaft nach der Wende und des
mit ihm verbundenen Bildes?
RolfBusch,TLV Das Ansehen der Lehrer ist
nicht hoch. Übrigens ist dies in West und Ost das gleiche Problem.
Dies gilt allerdings auch für andere Berufsgruppen, die ebenfalls
ein höheres Ansehen verdient
hätten.
OvG-Schüler19 Meiner Meinung nach
kann mal über Fernsehen, Internet und alles anderen Medien denken
was man will, solange Eltern kein Interesse am alltäglichen Leben
ihrer Kinder haben, kann es immer zu Problemen in welchen Ausmaß
auch immer kommen.
Torsten wer will diese filme
sehen bzw. senden
hans Der Jugend müssen mehr
Angebote auch im sportlichen Bereich, vor allem auch auf dem Lande
gemacht werden, denn wer dort zu tun hat, der kommt seltener dazu,
sich irgendwelchen gruppen anzuschließen, die dann sich durch
strafbare handlungen interessant machen
wollen.
OvG-Schüler19 Ich habe in den letzten Tagen
einige Berichte über zunehmende Gewaltbereitschaft von Kinder durch
Fernsehkunsum im Fernsehen(Phönix etc.) gesehen. So wurden in den
USA und in anderen Ländern Erkenntnisse gewonnen, wonach nach 10-15
Jahren nach Einführung des Fernsehens Gewaltdelikte , vor allem
durch Kinder ausgeübt, um hohe Zahlen zunahmen.
Tosch Mich interessiert Ihre Meinung zur
verbissenen Haltung eines Herrn Krapp, dass ein automatischer
Realschulabschluss am Gymnasium z.B. nach der 12. Klasse verbietet
wegen der Gleichbehandlung!!!??? Was ist Gleichbehandlung im Rahmen
der Bundesrepublik?? Ist die Belastung einer entsprechenden Prüfung
in der 10 Klasse die es nur für Thüringer Gymnasiasten gibt
gerechtfertigt?
RolfBusch,TLV Man wird, aber bitte erst nach
den morgigen Trauerfeiern, darüber reden müssen. Es gibt auch
Gründe, die FÜR diese Regelung sprechen. Mich stört dabei, dass dies
immer als einer der Hauptursachen gesehen wird.
OvG-Schüler19 Gibt es hier eine
Moderation?
Moderator Ja.
Warum?
OvG-Schüler19 Ich habe ja nichts
gegen angeregte Diskussionen, aber alle durcheinander ist ja
vielleicht auch nicht das Optimum.
StefanGruhner Man müsste vor allem daran
denken, dass wir bei zurückgehenden Schülerzahlen nicht gleichzeitig
Lehrer reduziern, aber auch eine stärkere Zusammenarbeit von
Sozialpädagogen, Schulpsychologen usw.und Schule muss stattfinden.
Weiterhin müssen Lehrpläne vor allem nicht nur auf
Wissensvermittlung sondern auch auf soziales Verhalten ausgerichtet
sein.
Schulabgänger Es
hat viele Schuldzuweisungen an die Medien gegeben. Teilen Sie
die?
RolfBusch,TLV Für
einige hier nicht genannte Medien teile ich die Meinung. Man muss
allerdings auch sagen, dass Medien nur das berichten, was die
Menschen auch konsumieren.
Flashcome liegt es wirklich nur an den zu
großen Klassen?
RolfBusch,TLV Nur? nein! Aber in großen
Klassen hat man als Lehrer einfach weniger Zeit für den einzelnen
Schüler.
Schulabgänger Es hat viele Schuldzuweisungen
an die Medien gegeben. Teilen Sie die?
KarinaWeichold Man sollte sich auf kompetent
erscheinende medien und deren informationen verlassen, sich weniger
in der boulevard-presse informieren. häufig kommt es dazu, dass in
den zu letzt genannten medien fallbeispiele ausgewählt werden, die
extrem negative sin und schockierende emotionen
auslösen.
camille Wie
denken sie kann man die Gewalt verhindern?
RolfBusch,TLV Da bin ich insbesondere nach
dem letzten Freitag auch nur ratlos.
Flashcome liegt es wirklich nur an den zu
großen Klassen?
StefanGruhner Das ist nur ein Faktor,
richtig. In vielen Bereichen sind die Klassenzahlen ok(z.B.
gymnasiale Oberstufe). Aber ich halte auch fehlendes
Konkliktmanagment an Schulen für ein Defizit. Schulverweise nützen
z.B. wenig, man muss die Problem an der Wurzel
packen.
Jamie wird die
möglichkeit in betracht gezogen, das schulsystem besser zu
strukturieren d.h. schulpsychologen als neutrale berater
einzusetzen, mehr freizeitaktivitäten außerhalb des unterrichts
usw.?
KarinaWeichold von
meiner seita aus würde ich dringend empfehlen, umstrukturierungen im
schulsystem vorzunehmen. kindder und jugendliche müssen lernen, mit
frustration udn konflikten umzugehen, probleme zu
kommunizieren.
OvG-Schüler19 Ich finde in dieser ganzen
Diskussion kommt die Eigenverantwortung von Eltern zu
kurz.
StefanGruhner Dies
ist sicherlich richtig, die Schule kann nicht alleine
Erziehungdefizite beheben. Erziehung findet primär in der Familie
statt, aber auch die Schule prägt Jugendliche
sehr.
vater Aber Frau Weichold, eine
Strukturdiskussion ist nach Ansicht von Herrn Dr. Krapp doch völlig
unnötig ...
Frank nicht immer die ganze
verantwortung auf andere institutionen
abschieben
nina Sollte nicht unsere Schulpolitik
gründlich überdacht werden ? Große Schülerzahlen in den Klassen
müsste man verringern, Klassenleiterstunden wieder genehmigen und
den Lehrerberuf wieder attraktiv machen. Dazu gehört auch, es zu
unterbinden, dass sich viele Medien zu oft nur noch negativ über
Lehrer äußern dürfen !!!
Torsten Hallo
gabi
noname Aber wenn die eltern versagen kann die
schule auch nich helfen!
HAJO Nina hat
recht!!!
vater Herr Gruhner,
bezüglich der Lehrpläne möchte ich auf den neuen Ansatz:
Lernkompetenz verweisen. Es liegt m.E. nicht am Fehlen theoretischer
Pläne sondern vielmehr an deren Umsetzung.
StefanGruhner Ja, welches konkrete Problem
der Umsetzung sehen sie denn?
OvG-Schüler19 Ich finde in dieser ganzen
Diskussion kommt die Eigenverantwortung von Eltern zu
kurz.
RolfBusch,TLV Die
Hauptverantwortung für die Erziehung liegt bei den Eltern! Das ist
richtig und gut so. Vielleicht werden sie mit diesen Fragen von
verschiedenen Seiten auch zu sehr allein gelassen. Übrigens der
überwiegende Teil der Eltern nimmt diese Aufgabe sehr ernst. In der
heutigen Zeit haben aber insbesondere Berufstätige nur noch wenig
Zeit.
Jamie ich denke, eine
strukturdiskussion ist schon lange überfällig.
schildi In welchen Rahmen wäre es
wünschenswert, wenn Schule und Polizei enger zusammenarbeiten
würden?
KarinaWeichold über info-veranstaltungen
hinaus zu themen wie gewalt, drogen, alkohol, verkehrsdelikte sollte
es möglich sein, kommunikationsforen anzubieten mit der polizei evt.
vertretern der justiz, lehrern und schülern. dabei sollte es darüber
hinausgehen, das delikte geschildert werden oder über strafen
informiert werden und zur analyse von tätergruppen udn
tathintergründen kommen.
Noli40 wie kann man
Gewalt in Grenzen halten wenn es schon im Kindergartenalter los
geht, draußen können und dürfen sie nicht spielen weil keine
Möglichkeiten vorhanden sind bzw. der Nachbar wieder über das
Kinderlachen meckert.Bei Älteren gibt es kaum Freizeitgestaltung
außer Fußball -----was bleibt Computer oder nur
rumhängen
Frank welche eltern geben schon gern
erziehungsdefizite zu?
Jamie der bundesschulsprecher hat auch die
lehrer kritisiert, da sie ihre "macht" zu sehr einsetzen z.b. durch
notengebung und somit das selbstwertgefühl von schülern auch
beträchtlich beeinflussen können. teilen sie eine solche
meinung?
StefanGruhner Nein, ich halte von diesen
Schuldzuweisungen nichts. Aber Schule kann natürlich nur
funktionieren, wenn beide Seiten respektvoll gegenüber stehen. Wenn
solche Probleme allerdings bestehen muss ide Schulaufsicht
eingeschaltet werden.
Arthur Wieso wird
eigentlich immer wieder der nicht verschenkte Realschulabschluss als
Grund für das Massaker angesprochen? Geht es nicht viel mehr darum,
dass hier ein Jugendlicher KEINERLEI MORALISCHE GRENZEN mehr kannte,
um einen Misserfolg zu bewältigen?
Jamie wird die möglichkeit in betracht
gezogen, das schulsystem besser zu strukturieren d.h.
schulpsychologen als neutrale berater einzusetzen, mehr
freizeitaktivitäten außerhalb des unterrichts
usw.?
RolfBusch,TLV Die
Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachleuten (Schulsozialarbeiter,
...) halte ich für wichtig und
wünschenswert.
OvG-Schüler19 Natürlich ürägt
die Schule und auch die Lehrer haben in ihrer Wissenvermittlung eine
hohe Verantwortung, aber wenn ich einige Klassen bei uns an der
Schule sehe, dann tun mir die Lehrer Leid. Ich höre immer nur, der
Leistungsdruck sei zu groß... Aber das kann es ja nun auch nicht
sein, denn wann im Leben hat man den keinen Leitungsdruck?!? Schule,
Studium, Berufsleben, der Druck wird höchstens größer. Wenn man in
der 9., 10. Klasse merkt dass man für ein Abitur zu wenig lernt,
dann muss man halt auf eine Realschule wechseln. Meine Meinung. Und
viele von 13-15 Jährigen haben " keinen Bock" zu lernen. Ich gebe in
einem Sportverein Training und habe dort Schützlinge in diesem Alter
und die haben einfach keine richtige Einstellung zur Schule, woran
das liegt, kann und will ich nicht
beurteilen.
vater Ein Schulamtsleiter hat es mal so
definiert: Die neuen Lehrpläne sind ein physikalisches Problem: Wie
bringe ich eine große träge Masse in
Bewegung
Slain hi
OvG-Schüler19 Ich finde man sollte die
Verantwortung nicht immer hin und her schieben, vor allem Eltern
haben doch eine gewisse Eigenverantwortung. Mir ist es
unverständlich wie die Eltern von diesem Robert S. über 3 Monate
nichts von seinem gescheiterten Schulabschluß wissen
konnten.
KarinaWeichold sicherlich gab es kleine
anzeichen beim täter im vorfeld. solche anzeichen wären z.b.
rückzug, stimmungsschwankunegn udn generel ein verhaltenswechsel.
dazu kommt das taten wie die von erfurt angekündigt werden. wenn
eltern aufmerksam und eine gute bindung zu ihrem kind haben, müssen
ihnen diese anzeichen auffallen.
schildi In welchen Rahmen wäre es
wünschenswert, wenn Schule und Polizei enger zusammenarbeiten
würden?
RolfBusch,TLV Ich stelle mir da ein Netzwerk
vor. Es wäre gut, wenn es da konkrete Ansprechpartner geben würde.
Da gehören sicher auch noch die Jugendhilfe, die Justiz und weitere
Fachleute dazu.
HAJO Mir ist aus mehreren
Gesprächen mit Lehrern bekannt, dass die Sitten an unseren Schulen
immer mehr verfallen. Hinzu kommt, dass die Lehrer aufgrund einer
absolut miserabelen Bezahlung, im Vergleich zu den alten Ländern oft
desillusioniert sind.
Noli40 apropo Eltern : 8h und
mehr ist angesagt oder Montage was bleibt da....wir unternehmen
schon viel mit unseren Kindern und trotzdem : falsche Freunde und
die haben manchmal ganz schön viel zu sagen
Silence Sollte man nicht auch die
Freizeitaktivitäten in die Schule einbinden?
StefanGruhner Sorry, Frage zu den
Freizeitaktivitäten habe leider gelöscht, ich würde es sehr
befürworten, wenn wie an amerikanischen Schulen Freizait angebote am
Nachmittag bestehn würden. In Thüringen fordern wir daher eine
verstärkte Zusammenarbeit von Schule und
Jugendverbänden.
paul An
Frau Weichold: Ja das ist gut was Nina da gesagt hat, den Eltern die
Verantwortung bewußt machen. Alles lernen wir heute, nur leider
nicht, wie man seine eigenen Kinder erzieht. Früher war es die
Strenge, dann kamen die 68iger mit der antiauthoritären
Erziehung.Heute weiss man mehr, aber wer sich nicht selbst dafür
interessiert und engagiert? Muss man Erziehung
lehren?
KarinaWeichold sicherlichkann man erziehung
nicht lehren. jedoch kann man informieren. vom heutigen stand der
forschung weiß man, daß das optimum in der erziehung die
autoritative erziehung ist. regeln und normen vermitteln, dabei
liebevolle zuwendung dem kind
zeigen.
wo-be ich verstehe nicht, wieso
wirklich niemand in seinem umfeld an ihm etwas gemerkt hat - dieses
"doppelleben" muss doch irgendwie aufgefallen sein?? und auch die
waffen und die munition - ich versteh das wirklich GAR
nicht
Neo.busch Gibt es
Überlegungen die "Klassensprecher stunde" wieder einzuführen? Bei
uns an der Schule wird oft und viel darüber
geredent.
StefanGruhner Das haben wir leider noch
nicht diskutiert, allerdings wollen auch wir, dass regelmäßige
Versammlungen der Schüler stattfinden. Die LSV veranstaltet daher
immer wieder Schülermiwirkungsseminare.
hans Lehrer sind tagtäglich einer verbalen
Gewalt von Schülern ausgesetzt. Wer spricht eigentlich über diese
Lehrer. In den letzten Tagen wurde leider auch in den Medien kaum
nach dem Befinden der Lehreschaft gefragt.
KarinaWeichold ich würde vorschlagen, dass
auch lehrer immer die möglichkeiten haben, an supervisionen
teilnehmen, d.h. das sie von geschulten personal ein ständiges
gesprächsangebot bekommen
hans Lehrer sind tagtäglich einer verbalen
Gewalt von Schülern ausgesetzt. Wer spricht eigentlich über diese
Lehrer. In den letzten Tagen wurde leider auch in den Medien kaum
nach dem Befinden der Lehreschaft gefragt.
RolfBusch,TLV Dies war auffällig. Inzwischen
merke ich aber an den Medienanfragen, dass hier ein Umdenken
stattfindet. Verbale Gewalt von Schülern gegen Lehrer ist häufig nur
eine Wiedergabe des Gehörten und Erlebten im
Elternhaus.
HAJO Hans, nicht nur verbaler
Gewalt, es gibt auch tätliche Übergriffe, teilweise sogar von
Eltern.Man kann die Lehrer nur bewundern, die heiute diesen Beruf
ausüben und das für eine miserable Bezahlung.
OvG-Schüler19 Ich finde man sollte die
Verantwortung nicht immer hin und her schieben, vor allem Eltern
haben doch eine gewisse Eigenverantwortung. Mir ist es
unverständlich wie die Eltern von diesem Robert S. über 3 Monate
nichts von seinem gescheiterten Schulabschluß wissen
konnten.
RolfBusch,TLV Die Antwort ist schwierig. Da
der Täter volljährig war und Volljährige ihre neugewonnen Freiheiten
ausreizen.
Silence Was
halten Sie denn vom Staement unseres lieben
Kultusministers?
RolfBusch,TLV Kein
Kommentar!
HAJO Anmerkung: Ich bin kein
Lehrer!
Flashcome Was genau
sollen die Politiker jetzt unternehmen?
KarinaWeichold effektive maßnahmen sidn
meiner meinung nach: verbesweerung der psychologischen bildung von
lehrern. durchführung von trainingsprogrammen im regulären
schulunterricht, die allg. lebenskompetenzen (einfühlungsvermögen in
andere, konfliklösungsfähigkeiten, kommunikation)
stärken
Jamie solche
"macht"-strukturen werden aber im kleinen immer wieder deutlich (wie
ich heute wieder feststellen musste). damit meinte ich keine
direkten machtausübungen, sondern vielmehr ein sturkturelles
problem, daß z.b. die distanz zwischen lehrern und schülern sehr
groß ist und innerhalb der schule nicht mehr partnerschaftlich (also
auch zwischen lehrer und schüler) gearbeitet wird. der lehrer ist ja
oft vor allem wissensvermittler und notenvergeber als
ansprechpartner.
StefanGruhner Dem letzteren kann ich
zustimmen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass Lehrer sich
neben der Schule auch für das soziale Umfeld der Schüler
interessieren. Lehrer dürfen natürlich nicht nur Wissensvermittler
sein sondern auch Ansprechpartner bei Problemfällen. Allerdings sind
auch Lehrer leider oft
überfordert.
camille An Paul, vielleicht
kann Erziehung gelehrt werden. In Finnland praktiziert man es
bereits. Neben der Schule für die Kids gibt es Elternschulen. Da
erklären Lehrer, Psychologen etc., was die Kids in den Schuljahren
erwartet, worauf es ankommt und vor allem wie die Eltern positiv
Einfluss nehmen können mit Tricks und individuellen Hilfen. Aber da
ist echt die Politik gefragt und die redet im Moment nur. Gerade
jetzt im Kanzleramt, damit das Fernsehen nicht mehr so viel Gewalt
zeigt. Welche Eltern achten aber drauf, dass ihr Kinder nicht mehr
so viel Gewakt sehen??? Und wer nutzt die Kindersicherungen fürs
Fernsehen, die es ja bereits gibt?
Arthur Frau Weichold, reichen Supervisionen
für Lehrer aus, die täglich verbale Gewalt von Schülern ertragen
müssen? Geht es nicht auch darum, ein Umdenken hin zu mehr Achtung
des Lehrers in der Gesellschaft zu bewirken?
KarinaWeichold ich denke, dass ist ein
gesellschaftliches problem. welches inh ders chule durch
supervisionen bekämpft werden, was aber insgesamt wohl keinen
stimmungswechsel hereiführen
wird.
OvG-Schüler19 Ich als Elternteil muss
doch Interesse am Leben meines Sohnes zeigen, egal ob er 10 oder 18
oder 19 ist. Sonst ist mir gleich, was aus ihm wird und dann braucht
man sich nicht zu wundern, wenn Kinder sich abkoppeln und eine
Eigenleben/Doppelleben führen.
Flashcome Was sind die Folgen des
Amoklaufs?
StefanGruhner Direkte Folgen kann man jetzt
noch nicht festlegen. Aber ich hoffe die Gesellschaft kehrt jetzt
nicht gleich wieder zum Alltag zurück sondern denkt über Probleme
nach. Schulen dürfen vor allem jetzt keine Sicherheitstrakts
werden.
Flashcome Was
genau sollen die Politiker jetzt unternehmen?
StefanGruhner Politiker sollten vor allem
jetzt nicht in gegenseitige Schuldzuweisungen verfallen. das wäre
fatal.
Noli40 an Camille Ich stimme dir voll
zu
noname Ich denke nich das
counterstrike die hauptschuld hat!! Das ist zu einfach!! Was meint
ihr dazu??
KarinaWeichold ich denke auch nicht, dass
videospiele allein der grund für diesen amoklauf sein kann. vielmehr
haben solche leute eine lange geschichte von unfähigkeiten,
konflikte zu lösen udn frustrationen.
camille Das Übel bei der Wurzel packen,
heißt für mich auch, eine praxisnahe Lehrerausbildung. Momentan kann
man die in Deutschland geradezu vergessen. Steht da im Studium nicht
Wissenschaftlichkeit vor Pädagogik, Psychologie, Didaktik und vor
allem Konfliktlösung? Und wie steht es mit der Konsequenz? Drohen
Lehrer nicht viel zu oft mit Eintragungen und Elternbenachrichtungen
und am Ende erfolgt nichts?! Niedersachsens Innenminister Pfeiffer
bietet gute Lösungsansätze.
RolfBusch,TLV Lehrerausbildung MUSS
reformiert werden. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch
(KMK-Empfehlungen). Diese müssen umgesetzt werden. Allerdings ohne
bessere Fortbildung würde es Jahrzehnte dauern, bis man von einer
reformierten Lehrerbildung in den Schulen etwas spüren würde.
Übrigens haben Lehrer kaum noch Möglichkeiten, Erziehungsmaßnahmen
auszusprechen.
DirkHein Wenn man sich die
Homepage des TKM anschaut - mehr als eine lapidare Laufschrift "Wir
trauern ... " ist da nicht zu finden ...
Jamie ich
habe auch manchmal das gefühl, daß kinder und jugendliche in unserer
gesellschaft nicht ernst genug genommen werden. beispiel finnland:
hier müssen sogar kindergärtnerinnen einen uni-abschluss haben. was
hier deutlich wird ist glaub ich eine größere pädagogische
verantwortung, die ich hier manchmal vermisse. frustration wird ja
gerade bei jugendliche häufig durch unverständnis bzw. mangelnde
akzeptanz hervorgerufen (denke ich
zumindest).
hans Morgen erscheint der Bundeskanzler
zur Trauerfeier. Die Lehrerschaft erinnert sich noch genau an seine
Worte: "Lehrer sind faule Säcke". Das Image der Lehrerschaft wurde
da auch nicht gerade
aufgebessert.
OvG-Schüler19 Folgen eines
Amoklaufs?!? Die gibts wohl mehr als genug... in Essen wollte nen
emaliger Schüler durch ne Gasexplosion Lehrer und Schüler gefährden
und in Magdeburg haben sie heute an eine Schule "Erfurt war erst der
Anfang + 20 Namen von Schülern und Lehrern" drangeschmiert.... und
diverse andere Folgen können noch kommen!!!
Flashcome Was sind die Folgen des
Amoklaufs?
KarinaWeichold auf jeden fall implikation
für lehrerausbildung generell, gesellschaftliche aufmerksamkeit
entsprechend der probleme, und möglicherweise ein gesellschaftliches
umdenken. was an langfristigen folgen letztendlich erwächst bleibt
offen. an kurzfristigen folgen haben wir uns mit trauma, ängsten udn
schock besonders bei schülern, lehrern udn eltern auseinander zu
setzen.
paul Stefan, wie
hat sich in den letzten Tagen das Verhältnis zwischen Lehrern und
Schülern an Deiner Schule verändert? Wie ist Dein Bild auf den
durchschnittlichen Lehrer?
StefanGruhner Ich glaube, Schüler und Lehrer
sind enger zusammengerückt. Man redet wieder mehr und offener über
Probleme in der Gesellschaft, man nimmt sich jetzt einfach die Zeit.
Ich persönlich bin sehr zufrieden mit meinen Lehrern, da mit vielen
auch ein sehr partnerschaftliches Verhältnis
besteht.
schildi Herr
Busch, die Idee eines Netzwerkes ist sicherlich gut, ein fester
Ansprechpartner für jede Schule seitens der Polizei, oder
Jugendhilfe wäre günstig, vor allem auch mit fester Sprechzeit, z.B.
mindestens einmal pro Monat, (wie Beispielsweise die Vertrter vom
Arbeitsamt einmal pro Monat in der Schule sind) Herr Busch bleiben
Sie an diesem Vorschlag bitte dran!
RolfBusch,TLV Auf jeden Fall! Ich stelle mir
dabei vor, dass ein Jugendlicher nicht von einer Instanz zur
nächsten geschickt wird, sondern, dass er nur "eine Tür weiter"
gehen muss. Dafür ist es aber notwenig, dass genügend Personal an
all diesen Stellen da ist und der zu bearbeitende Bereich für diese
Leute überschaubar
bleibt.
Chemiker OvG-Schüler19, das in
Magdeburg waren Trittbrettfahrer soweit ich
weiß.
HeWa Guten Abend! Ich bin der Meinung, dass
die Eltern einen wesentliches Interesse an den Leben ihrer Kinder
zeigen müssen. Die Kinder sollen sich verstanden fühlen und dies
unabhängig vom Alter. Ich habe einen 17-jährigen Sohn und eine
5-jährige Tochter und beider können mit allen Problemen zu uns
kommen und wir sprechen miteinander. Meine berufliche Tätigkeit als
Lehrerin und Ausbilderin zeigt mir, dass viele SchülerInnen zu Hause
keinen Ansprechpartner haben und sich oftmals auch in der Schule
nicht verstanden fühlen.
ArneBS24m Den Lehrern
einen Großteil der Schuld zuzuschreiben ist zunächst einmal
unheimlich naheliegend, leider aber auch genauso falsch. Denn viele
sind heute nach wie vor sehr motiviert, haben jedoch in
Klassenräumen voller quasselnder telefonierender Schüler keinerlei
Chance, kommen sich als Bittsteller vor. Dabei sollten die Schüler
lernen wollen. Das Ereignis dsa mir sofort dabei einfällt war als
ein Schüler meines Vaters einen Stuhl aus dem Fenster warf, weil er
um Ruhe gebeten wurde. Und das in einer Orientierungsstufe (Klassen
5-6)!! Damit war er zwar ein Extrem-, aber kein
Einzelfall
camille An Hans, das Image ist eben
schlecht. Wer wird denn heute Lehrer, weil es sein Traumberuf ist
mit dem Ideal, eine heranwachsende Generation ein Stück des Wegs zu
begleiten?
hans Diese
Demütigungen von Lehrern sind inzwischen unerträglich und und lassen
viele verzweifeln.Viele sind froh, wenn sie das Pensionsalter
erreicht haben. Man wartet auf Neueinstellungen, aber woher sollen
diese kommen. Es gibt keine Werbung für diesen Beruf, warum
eigentlich nicht?
RolfBusch,TLV Werbung gibt es schon. Aber
wer will bei diesem Image und den derzeitigen Arbeitsbedingungen
insbesondere in den neuen Ländern diesen eigentlich wunderbaren
Beruf noch ausüben.
Schimpanski Sind Lehrer durch das Studium
ausreichend auf Konfliktsituationen vorbereitet?
KarinaWeichold NEIN. es besteht ein enormer
bedarf an der vermittlung psychologischen wissens in der
lehrerausbildung. heranwachsend, mit denen es lehrer zu tun haben,
sind gerade im jugendalter durch verschiedenartige belastungen im
streß. lehrer sind oft überfordert, beispielsweise wenn pubertäre
probleme und leistungsanforderungen in ders chule zusammenfallen.
hier kannn es oft zu konflikten kommen, denen lehrer hilflos
gegenüber stehen.
paul An Herrn Busch, werden Lehrer
tatsächlich mies bezahlt. Der Volksmund spricht doch eher von viel
Freizeit, Ferien und einer ganz guten Bezahlung?
RolfBusch,TLV Wenn wir die Hälfte von dem
verdienen würde, was man uns nachsagt, hätten wir das Doppelte
-;)
OvG-Schüler19 mag sein Chemiker, aber es
ging um Folgen und auch solche Trittbrettfahrer sind
Folgen
hans Herr Busch, sie haben völlig recht, es
muss mehr in die Schulen investiert werden, mit zwangsteilzeit und
Hin-und Herschicken von Lehrern wird man die Situation noch
verschlimmern.
Schimpanski Sind
Lehrer durch das Studium ausreichend auf Konfliktsituationen
vorbereitet?
RolfBusch,TLV Was heißt ausreichend? Sicher
ist es noch zu wenig. Nun auf den letzten Freitag kann man sicher
niemanden vorbereiten.
Hammelsprung Brauchen wir tatsächlich
Psychologen an den Schulen? Haben wir uns nicht zu stark daran
gewöhnt für alles Fachleute zu fordern?
KarinaWeichold so lange lehrer noch nicht
ausreichend psychologisch ausgebildet werden, um frühe warnsignale
problematischer entwicklungsverläufe wahrzunehmen, sind
Sozialpsychologen unabdingbar, um effektiv handeln zu
können.
ArneBS24m HeWa: ZUSTIMMUNG!
Interessant ist auch das Verhalten vieler Eltern, die sich für ihre
Kinder einfach nicht verantwortlich zeigen. Regulierend eingreifen
dürfen Lehrer schon lange nicht mehr, mit der Hand auf den Tisch
klatschen ist schon bald Körperverletzung und eine 5 in der Arbeit
wird lieber mit dem Rechtsanwalt als dem Lehrenden
ausdiskutiert...
Hammelsprung Brauchen wir tatsächlich
Psychologen an den Schulen? Haben wir uns nicht zu stark daran
gewöhnt für alles Fachleute zu fordern?
StefanGruhner Vielleicht nicht immer direkt
vor Ort aber regelmäßiger Kontakt sollte auf jeden Fall bestehten.
Ich denke, es ist wichtig das wir Probleme von Schülern frühzeitig
erkennen. Natürlich muss man auch die Möglichkeit der Diagnose für
Lehrer verbessern, d.h. bessere Ausbildung und kleinere Klassen.
Natürlich ist in erster Linie Menschlichkeit wichtig und nicht nur
Fachleute, aber bei vielen Problemen wissen auch Lehrer nicht mehr
weiter.
OvG-Schüler19 der Eintragung wurde
wohl überlesen?!? - schicke ihn daher nocheinmal: Natürlich ürägt
die Schule und auch die Lehrer haben in ihrer Wissenvermittlung eine
hohe Verantwortung, aber wenn ich einige Klassen bei uns an der
Schule sehe, dann tun mir die Lehrer Leid. Ich höre immer nur, der
Leistungsdruck sei zu groß... Aber das kann es ja nun auch nicht
sein, denn wann im Leben hat man den keinen Leitungsdruck?!? Schule,
Studium, Berufsleben, der Druck wird höchstens größer. Wenn man in
der 9., 10. Klasse merkt dass man für ein Abitur zu wenig lernt,
dann muss man halt auf eine Realschule wechseln. Meine Meinung. Und
viele von 13-15 Jährigen haben " keinen Bock" zu lernen. Ich gebe in
einem Sportverein Training und habe dort Schützlinge in diesem Alter
und die haben einfach keine richtige Einstellung zur Schule, woran
das liegt, kann und will ich nicht beurteilen. Was meinen sie
dazu?
Olivier Gewalt in den Medien ist die Ursache
des Amokläufers! Ich glaube nicht! Die Medien stellen nur die Gewalt
in der Gesellschaft dar, Junge Leute tuen sich bei Computerspielen
nur Abreagieren!!!
hans Lehrer verdienen viel, sie
sollten es nur auch bekommen.
Arthur an Paul: Die
Mär, dass es Lehrern viel zu gut geht, ist eines der Grundübel, die
es anzugehen gilt. Wie soll ein Schüler die Entscheidung eines
Lehrers achten und anerkennen, wenn er ständig zu Hause und in den
Medien hört, wie "faul doch diese Säcke"
sind?!
Aljot Bei der Verabschiedung eines angeblich
neuen verschärften Waffengesetzes im Bundestag waren nach
Fernsehbildern zu urteilen an jenem Tag nur ca. 1/4, wenn überhaupt,
der sogenanntem "Volksverteter" anwesend. Auf der "Regierungsbank"
saß gar nur Einer. Das sagt genug über das Interesse der Politiker
aus. 1989 haben die Menschen nach der D-Mark gerufen nun haben Sie
den realistischen Alltag der sogenannten Freiheit vor Augen geführt
bekommen. Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzungen und Existenzängste
die bei Betroffenen, wie geschehen durch Gewalt zur Explosion kommen
können wenn man Ihnen dazu genug Möglichkeiten anbietet. In dieser
Beziehung hat diese Gesellschaft ja ein reichhaltiges Angebot. Ich
bin in der ehem. DDR aufgewachsen und wenn ich die Wahl hätte
zwischen früher und der jetzigen Gesellschaft so verzichte ich gern
auf die doch so angebliche Freiheit und diesen
Rechtstaat.
pauli3 Es ist furchterregend, wie es in
den letzten 12 Jahren geschafft wurde, diesen schönen Beruf des
Lehrers immer unattraktiver zu
machen.
OvG-Schüler19 nanana Aljot...nicht alles
durcheinander mischen...nicht äpfek und birnen
verwechseln.
paul Nochmal an
Stefan,ich meine nicht nur Deine Beziehung zu Lehrern. Wie ist das
Bild der Schüler, die Du vertrittst?
StefanGruhner Das kann man pauschal nicht
sagen, aber ich bin der Meinung, dass sich der Kontakt leider erst
in der letzten Woche durch die schrecklichen Ereignisse
verbesserte.
Casi An Hans: Versuchen Sie
einmal dieses Gehalt in der freien Wirtschaft mit gleicher Belastung
zu erwirken
Hammelsprung Mein
Eindruck, dass Schulen von den Eltern nur als Serviceeinrichtung
gesehen werden, auf die man Anspruch hat. Sehen Sie das auch
so?
RolfBusch,TLV Für
viele stimmt das. Kinder sind dort gut aufgehoben. Dadurch fehlt der
eigentlich notwenige "Trialog" zwischen Schülern, Eltern und
Lehrern.
Jamie es geht
ja bei dem einsatz von psychologen auch darum, neutrale
gesprächspartner für schüler (und lehrer) zu haben, die sich
jenseits von schulnoten usw. um die schüler
kümmern.
KarinaWeichold Ja, indjedem Fall sollte für
Schüler und Lehrer aein ständiges Angebot für Gespräche vorhanden
sein. Diese sollten natürlich nicht auf Schulleistungen bezogwen
sein, sonder ein Hilfeangebot seinum das Erlebte zu verarbeiten.
Dies sollte nicht kurzfristiger Art sein, denn ein Trauma kann bis
zu einem Jahr Ängste auslösen
Schimpanski Haben die Eltern wegen ihrer
Arbeitsbelastung nicht das Erziehen verlernt oder nie
erlernt?
StefanGruhner Da möchte ich mir kein Urteil
erlauben als Schüler. Aber ich denke es wäre auch möglich, dass
Eltern und Lehrer gemeinsam über die Probleme Ihres Kindes bzw.
Schülers beraten.
Linus Es ist eine richtige
Initiative der Gewalt entgegenzutrete, indem man weniger oder besser
keien Gewaltszenen im Fersehen zeigt. Nur bedenke, diese Szenen sind
virtuell. Die Gewalt in Palästina, Israel und Afghanistan ist real.
Esst völlig unglaubwürdig wenn Politiker diese reale Gewalt durch
Entsendung von Soldaten und waffen fördern und sich dann über die
wachsende Zahl von Gewaltszenen im Fernsehen
heucheln.
Carle Hallo. Folgen des Amoklauf?! Kann
ich ein paar nennen aus den letzten Tagen: Schüler mit Bemerkungen -
Die Lehrer sind doch selber schuld. - Auch solche, die wieder einmal
austesten, wieweit sie bei mir gehen können.
Jamie aber es müsste auch aufgabe der lehrer
sein, die schüler zum lernen zu motivieren. ich glaube, daß dies aus
diversen gründen (fehlende pädagogische ausbildung, zu strikter
lehrplan usw.) oft vernachlässigt wird.
RolfBusch,TLV Sicher ist es die Aufgabe der
Lehrer, die Schüler zum Lernen zu motivieren. Manchmal habe ich aber
den Eindruck, dass Lehrer immer mehr zum Showmaster werden sollen,
damit das Lernen auch wirklich Spaß macht. Lernen ist nun aber auch
Anstrengung.
Zuschauertelefon Frau Kramer fragt, ob
Schüler ,die solche Gewalttaten ausüben, nervlich krank
sind!
KarinaWeichold Früher haben Eltern auch
gearbeitet und nebenbei Kinder erzogen. Was jetzt sicherlich ein
Problem darstellt, ist eine hohe Unsicherheit auf dem
Arbeitsmarkt.Befürchtungen, seine Areit nicht gut genug zu
erledeigen, beeinflussen die Interaktion in der Familie. Hier kann
viel Information, z.B. durch die Medien verhindern, dass es zu
Eskalatrinen in der Famileie, Streit oder Schlägen
kommt.
Jamie aber es
müsste auch aufgabe der lehrer sein, die schüler zum lernen zu
motivieren. ich glaube, daß dies aus diversen gründen (fehlende
pädagogische ausbildung, zu strikter lehrplan usw.) oft
vernachlässigt wird.
StefanGruhner Das ist richtig, vielen
Schülern fehlt die Motivation, weil auch viele Lehrer aus
verschiedenen Gründen überlastet sind. Besonders die Personalpolitik
des TKM führt oft zu Frust in der Lehrerschaft, allerdings sollte
dies nicht auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden. Aber auch
in der Lehrerausbildung sehe ich vor allem im pädagogischen Bereich
Defizite.
schildi Es ist sicher richtig,
dass Lehrer sich auch verstärkt für die Probleme und das soziale
Umfeld der Schüler interessieren sollten. Häufig treten Lehrer mit
ihrem Wissen den Eltern eher als ungewollte "Eindringlinge"
gegenüber. Eine Hilfe in diesem Sinne ist dann meist doch nicht
erwünscht.
hans Herr Busch, Sie
haben am Montag im "Erfurter Gespräch" am meisten überzeugt. Waws
meinen Sie, ist das durchgesetzt, dass die Klassenleiter in den
Schulen Entlastungen bereits haben, wie der Kultusminister bemerkte?
Meinte er nicht eigentlich die Schulpauschale, die für andere Zwecke
benötigt werden? Kennt der Kultusminister etwa nicht die tTatsachen
an den Schulen?
RolfBusch,TLV Da hat hans recht! An vielen
Schulen steht die Schulpauschale nur auf dem Papier, da der
Unterricht Priorität hat und für diese Stunden oft die Lehrer
fehlen. Durchgestzt ist in dieser Frage nichts!
camille Kann es sein, dass Gewalt an Schulen
nicht nur aus Hass an den Lehrern oder Mitschülern verursacht wird?
Sondern auch etwas mit Ausläderfeindlichkeit, zu tun
hat?
KarinaWeichold Generell können Frustration
oder Entäuschung dazu führen, dass man sich ein Feindbild sucht.
Dies kann der Lehrer sein, der ein von der Schule verwiesen hat, ein
Mitschüler der hänselt, der ein Ausländer der mehr Freunde hat und
anerkannt ist.
Jamie motivation und
"entertainment" (im negativen sinne) ist aber was anderes. für mich
würde mehr motivation z.b. bedeuten: projektarbeit mit einem
tatsächlichen projektziel (z.b. erarbeitung eines themekomplexes für
das internet) oder auch die anbindung theoretischer inhalte an
aktuelle oder "kindernahe" themen. da könnte man sich viel einfallen
lassen, ohne daß lerninhalte bzw. der hauptsinn der schule verloren
ginge.
Hammelsprung Frage an
Stefan Gruhner: welche Defizite in der Lehrerausbildung aus
Schülersicht?
StefanGruhner Viel Lehrer sind sehr
fachkompetent, aber viele Lehrer scheinen mir mit Konfliktmanagment
überfordert zu sein.
kirsten glauben sie, dass in erfurt genug
fachleute zur betreuung der opfer da sind?
RolfBusch,TLV Wenn ich die Psychologin
richtig verstanden habe, braucht man im Moment noch gar nicht so
viele Fachleute. Die Betroffenen brauchen jezt dringend RUHE! Wenn
sie den Schockzustand überwunden haben und mit der Verarbeitung der
traumatischen Erlebnisse beginnen, dann werden die Fachleute
gebraucht. Hoffentlich sind sie dann noch da.
kirsten glauben sie, dass in erfurt genug
fachleute zur betreuung der opfer da sind?
KarinaWeichold Meines wissens nach, steht
ein ausreichend großer Krisenstab an Psychologen und Fachleuten zur
Verfügung. Jedoch sollte insbesondere für die längerfristige
Betreuung aus diesem Stab die kompetentesten Fachleute mit Erfahrung
im Umgan mit Traumata gewonnen werden.
Schimpanski Was wird eigentlich der
Lehrerverband jetzt an seiner Arbeit verändern? Gibt es da
Überlegungen?
RolfBusch,TLV Ich bin ganz ehrlich, im
Moment habe ich mehr Fragen als Antworten. Nichts ist mehr wie es
war. Ich hoffe, dass wir sehr bald Ideen entwickeln, die
Lösungsansätze sein können. Sciher freuen wir uns auch über jede
Unterstützung.
Camille Kann es nicht auch sein, dass die
Gewalt der Kinder, von manchen Eltern noch mehr gefördert
wird?
StefanGruhner Darüber muss man nachdenken.
Wenn Kinder im Elternhaus frühzeitig Gewalt erleben, so findet das
auch später in der Schule wieder statt. Gewalt sollte also im
Elternhaus vermieden werden. Damit meine ich aber nicht
antiautoritäre Erziehung, Grenzen müsen gesetzt werden, aber nicht
mit Gewalt.
OvG-Schüler19 Ja, ja, wie sagt
ein altes Sprichwort. Ein Dummer kann eine Frage stellen, die selbst
10 Weise nicht beantworten können...
Hammelsprung Ist der Lehrerberuf inzwischen
tatsächlich so unattraktiv - oder ist das alleine ein Thüringer
Problem?
RolfBusch,TLV Die Frühpensionierungszahlen
der alten Länder und der Mangel an Lehrernachwuchs deutschlandweit
zeigen, es ist nicht nur ein Problem in Thüringen. Die Bedingungen
sind aber in den neuen Ländern und damit auch in Thüringen
alleridngs alles andere als attraktiv.
KarinaWeichold An Herrn Busch: Das ist nicht
richtig, wir brauchen auch kurzfristig Fachleute, die ständig den
Schülern und LEHRERN Angebote zur Kommunikation machen. Ein Traumata
wie das Erlebte sollte auch jetzt schon in Einzel- und Gruppen mit
Schulklassen und Eltern bearbeitet werden. Darüber hinaus muss den
Lehrern der Gutenbergschule der Umgang mit traumatisierten Schülern
gelehrt werden. Also beides ist wichtig.
Schulabgänger Hier fiel eben das Wort Spaß.
Meinen Sie, dass tatsächlich suggeriert wird, dass Schule vor allem
auch Unterhaltung sein soll?
RolfBusch,TLV Man hört sehr oft, dass Lernen
Spaß machen soll. Dies ist auch gut so. Aber Lernen ist nicht nur
Spaß, sondern in erster Linie auch
Anstrengung.
hans Ich bin selbst Lehrer. Bin
immer noch sehr gern Lehrer, allerdings kann ich oft meinen Beruf
nicht ausüben, weil ich eigentlich zum größten Teil Sozialarbeit
machen muss.
bulmahn Nichts ist
mehr wie es war. Klingt nach 11. September und einer Floskel. Alles
bleibt, wie es ist?
StefanGruhner Es darf eben nicht alles
bleiben wie es ist. Ich wünsche mir, dass man jetzt Gespräche mit
allen an Schule beteiligten Gruppen führt. Diese dürfen nicht
ideologisch geprägt werden, sondern man muss jetzt tiefgründig nach
Ursachen forschern, aber nicht überschnellt handeln. Man sollte auch
über geleistetes an Schule nachdenken und auch wenn es schmerzhaft
ist Änderungen
vornehmen.
OvG-Schüler19 Jaja, wie soll man
denn die Differenzialrechnung spaßig machen ;)?
Camille Kann es nicht auch sein, dass die
Gewalt der Kinder, von manchen Eltern noch mehr gefördert
wird?
KarinaWeichold Ja,
das kann sein. Besonders wenn in Familien gewalttätiges Verhalten
auf der Tagesordnung steht, was nicht nur schlagen umfasst, sondern
auch verbale Aggression, kann es zu aggressivem Verhalten der Kinder
kommen. Eltern sind in jedem Fall auch ein Rollmodell für Verhalten.
Ausser dem ist es nicht förderlich, wenn Eltern für Verhaltensweisen
des Kindes keine Normen vermitteln. Das heisst mal aggressives
Verhalten tollerieren, mal nicht.
hans Herr Busch, wenn ich richtig informiert
bin sind sie Gewerkschafter, was werden sie in Zukunft in Ihrem
Verband tun, damit Lehrer geschützt werden und nicht mit Angst zur
Schule gehen müssen?
RolfBusch,TLV Ich glaube nicht, dass der
überwiegende Teil jetzt mit Angst vor der Klasse steht. Mir wäre
wichtig, dass Lehrer wieder das Gefühl bekommen, dass ihre Arbeit
anerkannt und geschätzt
wird.
Schimpanski Was keinen Spaß macht,
wird abgewählt. So geht das doch heute!
bulmahn Was ist denn Ihres Wissens nach dem
Mord an der Meißner Lehrerin 1999 passiert. Trauer. Spektakel.
Alltag? Gibt es einen Austausch?
KarinaWeichold Ich kann dazu nicht viel
sagen, das einzigste was ich aus den Medien weiss, ist das sie
schnell zur Tagesordnung übergegangen sind.
Jamie gibt es irgendwelche hinweise, daß die
hier erwähnten anstehenden veränderungen auch von der politik
unterstützt werden?
StefanGruhner Der Thüringer Kultusminister
fördert z.B. seit seinem Amtsantritt die verstärkte Zusammen arbeit
von Schule und Jugendhilfe und setzt sich für Schulsozialarbeit ein.
Außerdem glaube ich, dass die neuen Einschätzungsbögen zur besseren
Beratung der Eltern und Kommunikation mit Schülern und Eltern
beitragen.
hans Ich wünsche mir, dass in
Zukunft auch die Mitarbeiter von Schulämtern, vom Thillm und auch
vom Kultusministerium mal in die Schulen hereinschauen und Gespräche
mit den Lehrern führen, sich ihre Sorgen und Nöte anhören, um dann
die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Jamie gibt es irgendwelche hinweise, daß die
hier erwähnten anstehenden veränderungen auch von der politik
unterstützt werden?
KarinaWeichold Das kann ich speziell nicht
beantworten. Was ich weiss ist, dass Prof. Rainer Silbereisen,
Vorsitzender der Gesellschaft für Psychologie eine initiative für
eine verbesseerte Lehrerausbildung in psychologischen Grundfragen
angekündit hat.
schildi Meiner Meinung nach
entsteht ein Leistungsdruck für Schüler insbesondere dann, wenn sie
eher den hoch gesteckten Zielen ihrer Eltern bzw. den von der
Wirtschaft geforderten Abschlüssen entsprechen wollen, anstatt an
Schulen zu lernen, die ihnen entsprechen( Problem: Einstufung
Gymnasium/Regelschule).
Jamie gibt es irgendwelche hinweise, daß die
hier erwähnten anstehenden veränderungen auch von der politik
unterstützt werden?
RolfBusch,TLV Ich habe schon die Sorge, dass
die Politik schnell wieder zur Tagesordnung übergeht. Da kommt es
sicher auch auf uns als Lehrervertretungen an. Wir nehmen gerne
Verstärkung an. Dies reicht aber sicher nicht, hier müssen alle
unterstützen.
alf dieses land hat ein
problem: es wird zuviel über reglementierung nachgedacht und zu
wenig darüber, wie man den menschen, insbesondere den jungen,
freiraum gibt, die keine gewalt fördet. Der mörder vom 26. ist täter
und opfer zugleich. Opfer einer haltung, die auf junge menschen
einen leistungsdruck setzt, der von vielen nicht ausgehalten wird
und gleichzeitig erleben dürfen, dass gewalt zu einem dominierenden
lösungsinstrument im privaten aber auch gesellschaftlichen bereich
geworden ist. Dass in thüringen z.B. einE schülerIn, die das ABI
nicht schafft, überhaupt kein abschluss bekommt, schafft resignation
oder hass. Jugendliche dürfen ihre eigene kultur nicht entwickeln,
aber mit 10 jahren schon "ballern" lernen. Von den gleichen medien -
insbesondere privatsender -, die jugendliche nur als kriminell und
gewalttäter darstellen, werden die jugendlichen ständig mit gewalt
und hass gefüttert usw.... Solche verhältnisse entschuldigen nicht
die morde, aber wenn man eine wiederholung verhindern will, dann
muss sich daran viel ändern.
Camille Was können Kinder denn gegen die
Gewalt an den Schulen unterenehmen?
StefanGruhner Schüler sollten
gemeinschaftlich gegen Gewalt vorgehen, z.b. auch gegen psychische
Gewalt, also wenn andere Schüler diskriminiert werden. Vor allem
sollte man auch den Mut haben mit Lehrern, Polizei oder Eltern über
die Gewalt zu reden.
OvG-Schüler19 Werde wohl gleich gehen...wo
ja mein langer "Leistungsdruck"-Beitrag ja doch nicht berücksichtigt
wurde...*snief* Na, kann man nichts machen.
Moderator Steht schon lange
drin.
pauli3 Der Kultusminister sollte
endlich Stärke zeigen, sich für seine untergebenen Lehrer einsetzten
und nicht den Eindruck entstehen lassen, gegen sie zu kämpfen
!
jst Die Einschätzungsbögen sind sicher eine gute
Sache. Zur Zeit sind diese uns Lehrern weitgehend unbekannt.
Außerdem erfordern sie viele Gespräche und zusätzliche Zeit für
Klassenleiter, die wieder einmal zum Nulltarif erbracht werden
soll.
OvG-Schüler19 Moderator:
Ich weiß, aber er wurde von Keinem ihrer Experten
kommentiert.
Moderator Ich habe Ihren Exkurs auch eher
als Diskussionsbeitrag für alle verstanden und deshalb gleich in den
Raum gestellt.
RolfBusch,TLV Da stimme ich ihnen zu. Es ist
aber immer schwere das Interesse der Schüler zu wecken. Andere Dinge
sind oft im Vordergrund (fun,...). Außerdem sehen viele Jugendliche
wenig Perspektive.
hans beifall für
pauli3
Frank Zu Gruhner --> Sozialarbeit: An
meiner SBBS mit ca. 1000 Schülern bangt _eine_ Sozialarbeiterin
Schuljahr um Schuljahr um die Verlängerung ihres
Vertrages.
hans An Stefan
Gruhner, die Einschätzungsböge haben nur dann Sinn, wenn a) der
Klassenleiter dazu genügend Zeit bekommt und b) diese auch von
nachfolgenden Bildungseinrichtungen gelesen
werden
StefanGruhner Das
ist richtig, wenn Lehrer die Einschätzungsbögen nur oberflächlich
bearbeiten haben diese keinen Sinn, aber an den Modellschulen hat
dieses Projekt gut funktioniert. Aber auch die Kommunikation
zwischen den einzelnen Schulen muss stattfinden, da kann man aber
nur an Lehrer appelieren!
Frank An Herrn Busch: Hat der TLV vor dem
26.04.02 schon mal die Wiedereinführung der Klassenleiterstunden als
Ziel formuliert?
RolfBusch,TLV Ständig! Zuletzt vor zwei
Wochen bei der Diskussion um die Einführung der Bewertungsbögen
(s.h. www.tlv.de)
HeWa Ich denke ein Problem
der Jugendlichen ist schon die Perspektivlosigkeit. Schulabschluss
bestanden - keine Lehrstelle - Was
nun?
OvG-Schüler19 Na ja wünsche noch einen schönen
Abend allerseits und diskutiert nicht alles tot;) Bye
Arthur Herr Busch, was können Lehrer tun, um
Ihre Einflussmöglichkeiten zu stärken?
RolfBusch,TLV Also, wenn Sie so dirket
fragen: Mitglied im TLV werden!
Jamie ich
habe auch ein bißchen angst, daß lehrer oder erwachsenen generell
oft nicht bereit sind, sich auf die welt der schüler einzulassen
d.h. sich dafür zu interessieren, was schüler beschäftigt usw. durch
so ein desinteresse und das dadurch mangelnde verständnis kann die
kluft zwischen schülern und lehrern und erwachsenen eigentlich nur
größer werden. gegenseitiges interesse und verständnis ist glaub ich
ein immens wichtiger aspekt hier.
Moderator Vielen Dank an unsere Gäste und
alle, die gefragt und mitdiskutiert haben. Wer will, kann in unserem
Forum weiter machen:
www.mdr.de/erfurt
Jamie oh schon vorbei.
schade
:(.
Camille ooooooooooooooooooooh
hans Danke an den mdr, dass er es ermöglicht
hat, mitzudiskutieren
Moderator Dafür brauchen Sie sich nicht zu
bedanken. Das ist unsere gebührenfinanzierte(!)
Aufgabe.
jst tschüss
schildi Herr
Busch, viel Erfolg bei all Ihren
Bemühungen!
hans Ja, besonderen Dank an Herrn
Busch, er hat mich wie immer überzeugt, sehr fachk
02.05.2002 21:23
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