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| Der Amoklauf eines
ehemaligen Schülers am Erfurter Gutenberg-Gymnasium ist weitgehend
aufgeklärt. Thüringens Innenminister Köckert (CDU) sagte bei der
Vorstellung des vorläufigen Abschlussberichts, der Täter Robert
Steinhäuser sei eiskalt vorgegangen. Er habe für die Tat rund zehn
Minuten gebraucht. Entgegen früherer Gerüchte habe er aber keinen
Mittäter gehabt. Die Ermittlungen gegen Unbekannt würden deshalb
eingestellt. Zwar seien die Untersuchungen noch nicht endgültig
abgeschlossen, doch lägen alle für die staatsanwaltschaftliche
Beurteilung notwendigen Informationen vor. Insgesamt 517 Zeugen
wurden zu dem Verbrechen vernommen, darunter 33 Lehrer und 256
Schüler. |
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Motiv war der
Schulverweis
Dem Bericht zufolge hätten die Opfer, die
bis zu acht Mal von Schüssen getroffen wurden, selbst bei einer
sofortigen medizinischen Notversorgung keine Überlebenschance
gehabt. Mit Blick auf das Motiv für die Tat verwies Köckert auf die
Zeugenaussage eines Handwerkerlehrlings. Auf dessen Frage, ob dies
ein übler Scherz sei, habe der Täter die Maske abgenommen und
erklärt, er sei von der Schule verwiesen worden.
Zugleich
bestätigte Köckert Aussagen des Lehrers Rainer Heise in allen
wichtigen "Eckpunkten". Heise hatte angegeben, den Täter in einem
Raum eingeschlossen zu haben. Ob es auch ein Gespräch zwischen Heise
und Steinhäuser gegeben hat, konnte nicht ermittelt werden. Kritik
wegen eines angeblich zu zögerlichen Einsatzes der Polizei wies der
Minister zurück. |
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17 Tote in zehn Minuten
Steinhäuser hatte am 26. April diesen Jahres ein
Massaker an der Erfurter Schule verübt. Der 19-jährige ehemalige
Schüler hatte dem Bericht zufolge zwischen etwa 10.58 Uhr und 11.09
Uhr zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten
und gegen 11.17 Uhr sich selbst erschossen. Die Überlebenden des
Massakers und ihre Angehörigen werden weiterhin psychologisch
betreut. Die Krankenkassen in Thüringen teilten mit, dass sie für
die Fortsetzung der Behandlung gemeinsam zusätzliche Kosten in Höhe
von 100.000 Euro übernehmen. Es solle auf unkomplizierte Weise
geholfen werden. Für weitere Betreuungsmaßnahmen für die Betroffenen
stünden zwei Millionen Euro zur Verfügung, sagte Köckert.
Die Schüler des Gutenberg-Gymnasiums hätten die
Abiturprüfungen "ohne besondere Vorkommnisse" abgeschlossen, so der
Bericht weiter. Alle 73 Abiturienten hätten die Prüfungen bestanden.
Für die Generalsanierung des Schulgebäudes, in dem voraussichtlich
nach der Sommerpause 2003 der Unterricht wieder aufgenommen werden
soll, gebe es eine mündliche Zusage des Bundes. |
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Ermittlungen in
Hannover: Schüler ahmen Blutbad nach
Unterdessen
ermittelt die Polizei gegen Schüler einer zehnten Klasse in
Hannover. Diese hätten als "Abschlussstreich" den Amoklauf von
Erfurt nachgeahmt. Ein Polizeisprecher sagte, es werde gegen 14
Jugendliche ermittelt. Die Jugendlichen sollen maskiert ihre Schule
gestürmt haben. Dann hätten sie mit Krachern, gefüllten Ballons und
Spielzeug-Pumpguns das Erfurter Blutbad nachgeahmt. Viele Lehrer und
Schüler hätten mehrere Stunden unter Schock gestanden. Der Vorfall
hatte sich am 12. Juni ereignet, war aber erst jetzt an die
Öffentlichkeit gekommen. |
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| 05.07.2002 | 00:48 |
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